Im Juni sanken die Bestellungen den Angaben zufolge um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. "Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die zögerliche Investitionsneigung in praktisch allen Absatzregionen nun voll zu spüren", erläuterte Wiechers. Als Gründe nannte er die Zinserhöhungen von Notenbanken zur Eindämmung der Inflation. Höhere Zinsen verteuern Kredite. Das kann die Nachfrage bremsen.
Hinzu kämen Unsicherheiten angesichts geopolitisch harter Auseinandersetzungen sowie die Neuausrichtung der Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle in Folge der Transformation. "Alles in allem ein ungesunder Mix vielfältiger Belastungen, die Schritt für Schritt abgebaut werden müssen, bevor es deutlich aufwärts gehen kann", fasste Wiechers zusammen.
Im Gesamtjahr 2022 hatte ein Einbruch der Bestellungen im Schlussquartal die Jahresbilanz der exportorientierten deutschen Schlüsselindustrie mit mehr als einer Million Beschäftigten ins Minus gedrückt: Der Auftragseingang lag real um vier Prozent unter dem Vorjahreswert. "Wir sind bereits seit einiger Zeit im Rückwärtsgang", sagte Wiechers.
Für dieses Jahr rechnet der VDMA mit einem leichten Rückgang der Produktion um real zwei Prozent. Selbst wenn sich der Auftragseingang fangen sollten, werde das nicht reichen, um das Vorjahresergebnis bei der Produktion zu erreichen, erläuterte Wiechers. Er schliesst nicht aus, dass "es hier und da Entlassungen gegeben wird" und es dürfte auch zu Insolvenzen in der Branche kommen. "Aber insgesamt bin ich für den Arbeitsmarkt weiter optimistisch." Die Maschinenbauer versuchten, wegen des Fachkräftemangels Beschäftigte zu halten./mar/DP/nas