Der anhaltende Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Nachfrage nach verschiedensten Chip-Typen für Rechenzentren an. STMicro hob die Erwartungen für den KI-Umsatz daher erneut leicht an - auf über eine Milliarde Dollar in diesem Jahr und «deutlich über 2 Milliarden US-Dollar» im Jahr 2027. Zuvor hatte STMicro seine Prognosen für das Geschäft bereits zweimal nach oben geschraubt und rechnete zuletzt 2026 mit einem Umsatz von 1 Milliarde Dollar und einer Verdopplung bis 2027.

Den zuletzt erfolgsverwöhnten Investoren reichte dies nicht. Die Aktie sackte zu Handelsbeginn um 17 Prozent ab. Allerdings hat das Papier im laufenden Jahr zuvor bereits rund 160 Prozent an Wert gewonnen. Im Sog dessen fiel die Aktie des im Dax notierten Chipherstellers Infineon um mehr als fünf Prozent.

Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse von STMicro im Vergleich zum Vorquartal um 12,7 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro, was über dem Mittelwert der vom Unternehmen prognostizierten Spanne lag. Die Bruttomarge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 34,8 Prozent. Unter dem Strich verdiente STMicro mit 222 Millionen Dollar ein Vielfaches mehr als im Vorquartal. Auch gegenüber dem Vorjahr verbesserten sich die Kennziffern deutlich.

Der Boom bei Rechenzentren hat STMicro - einem Zulieferer von Tesla und Apple - zu einer Wende geführt. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit einer schwachen Nachfrage in der Automobil- und Konsumgüterbranche zu kämpfen, da die Kunden zunächst ihre Lagerbestände abbauten, die sie während der Engpässe im Zuge der Covid-19-Pandemie angehäuft hatten./nas/stw/mis

(AWP)