Beim bereinigten Gewinn pro Aktie übertraf Intel die Wall-Street-Prognosen noch stärker: Er war mit 42 US-Cent doppelt so hoch wie von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von 11 Milliarden Dollar, der allerdings auf eine buchhalterische Wertberichtigung auf treuhänderisch gehaltene Aktien zurückgeht, die im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben werden sollen.

Auch Intels Ausblick auf das laufende Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. Die Aktie fiel am Freitag im frühen US-Handel nach einem guten Start zuletzt trotzdem um 3,5 Prozent auf 96,76 Dollar. Bei Techwerten allgemein sorgten anhaltende Zurückhaltung und Gewinnmitnahmen für weiter sinkende Kurse. Dank der rasanten Rally bei KI-Aktien war die Intel-Aktie im Juni bis auf gut 142 Dollar gestiegen. Viele Anleger hatten danach stark Kasse gemacht. Trotz des Kursrückgangs liegen die Titel seit Jahresbeginn immer noch gut 160 Prozent im Plus.

Branchenexperte Harlan Sur von der Bank JPMorgan sprach von überraschend starken Resultaten und einem unerwartet guten Geschäftsausblick für das dritte Quartal. Die Nachfrage sei stark und die Verkaufspreise hoch. Gleichwohl fehle dem Auftragsfertigungsgeschäft noch ein Ankerkunde, monierte er. Daher hob er seine Gewinnerwartungen zwar deutlich an und in der Folge auch das Kursziel von 45 auf 85 Dollar, blieb aber beim «Underweight»-Votum.

Intel versucht unter dem seit Anfang 2025 amtierenden Chef Lip-Bu Tan unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür auch die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im vergangenen August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für ursprünglich unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Inzwischen füllen jedoch Intel und der Konkurrent AMD verstärkt Nischen in der Infrastruktur rund um Nividia-Chipsysteme aus. Tan will Intel zudem als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler etablieren./so/mis/DP/nas/jha/he

(AWP)