«Unser Wirtschaftswachstum ist besser, als viele erwartet haben», sagte Sturm mit Blick auf das BIP-Wachstum von 0,5 Prozent der Schweiz im ersten Quartal 2026. Trotz all der Krisen gehe es der Schweiz besser als in manch anderen Ländern. «Bald dürften wir die Folgen des Krieges aber auch stärker spüren», warnte der Ökonom.

An den Zapfsäulen merke man den Krieg am Golf sehr schnell, so Sturm weiter. «Aber bis dessen Folgen auch bei hiesigen Firmen ankommen und die Aufträge einbrechen, kann es etwas dauern.» Die grosse Frage sei, wie lange die Strasse von Hormus geschlossen bleibe. Das Ausbleiben der Öl- und Gaslieferungen trifft vor allem Asien hart, aber mit Verzögerung auch die Schweiz. 

«Je länger der Krieg dauert, desto stärker werden wir die Folgen spüren», fuhr Sturm fort. Und es werde lange dauern, bis die Öl- und Gasproduktion im Nahen Osten wieder mit voller Kapazität produzieren kann. Der Krieg bedrohe den Wohlstand daher auch hierzulande, denn werde Öl und Gas teurer, dann seien die Einkommen weniger wert.

Die gestiegenen Benzinpreise verteuern laut Sturm die Transportkosten und das wird an die Konsumenten weitergegeben, was wiederum die Produkte verteuert. Das führe dazu, dass die Konsumenten Geld an anderen Orten sparen, was zu einer sinkenden Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen führe. Zudem drohten Zweitrundeneffekte und eine Lohn-Preis-Spirale, etwa wenn Arbeitnehmende höhere Löhne fordern.

Sturm rechnet in der Schweiz im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Teuerung auf etwa zwei Prozent. Das liege immer noch im Zielband der SNB von null bis zwei Prozent. Und von einer Lohn-Preis-Spirale sei die Schweiz noch weit entfernt. «Das heisst, die Nationalbank kann an ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten. Zumal der Franken stark bleiben wird, wodurch die importierte Inflation etwas gedämpft wird.»

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(AWP)