Aktien New York: Dow erholt sich vor dem Amtseid von Trump

Nach ihrer jüngsten Durststrecke sind die US-Börsen am Tag des Machtwechsels im Weissen Haus freundlich in den Handel gestartet. Inmitten der Fahrt aufnehmenden Berichtssaison kletterte der Dow Jones Industrial im frühen Freitagshandel um 0,43 Prozent auf 19 817,26 Punkte. Zweifel der Anleger, ob der neue US-Präsident Donald Trump die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen kann, hatten ihn an den vergangenen fünf Handelstagen belastet. Auf Wochensicht liegt der US-Leitindex noch ungefähr mit 0,3 Prozent im Minus.
20.01.2017 16:52

Nachdem Trump bis dato noch keine konkreten Aussagen zur Wirtschaftspolitik zu entlocken waren, hoffen Anleger Börsianern zufolge nun darauf, dass der Obama-Nachfolger in seiner ersten Ansprache als 45. Präsident der USA endlich klare Aussagen zu seinen Versprechen machen wird. Der breiter gefasste S&P 500 rückte vor diesem Hintergrund um 0,42 Prozent auf 2273,10 Punkte vor, während der Nasdaq 100 seine jüngste Rekordjagd mit einem kurzen Sprung über 5080 Punkte fortsetzte. Zuletzt gewann der Auswahlindex der Technologiewerte 0,39 Prozent auf 5070,67 Zähler.

Auf Unternehmensseite hat die Berichtssaison am Freitag richtig Fahrt aufgenommen. Gleich vier Dow-Werte konnten mit Quartalszahlen aufwarten, die jeweils auf unterschiedliche Reaktionen stiessen. Bei Procter & Gamble sorgte ein überraschend starker Gewinnsprung für ein Kursplus von 3,5 Prozent.

Neben den Papieren des Konsumgüterkonzerns gehörten auch IBM nach Zahlen mit 1,60 Prozent zu den Gewinnern. Der IT-Riese hatte im vierten Quartal weiterhin mit rückläufigen Umsätzen gekämpft. Er schnitt bei den vorgelegten Resultaten jedoch besser ab als von Experten erwartet.

Deutlich auf der Verliererseite standen dagegen die Aktien von General Electric , die mit einem Abschlag von etwa 2 Prozent das Schlusslicht im Dow waren. Belastet wurden sie vom rückläufigen Umsatz des Mischkonzerns im vierten Quartal, der die Markterwartungen verfehlt hatte.

Um knapp ein halbes Prozent nach unten ging es ausserdem für die im Dow gelisteten Papiere von American Express . Sie litten unter einem im Schlussquartal gesunkenen Überschuss. Belastet vom starken Dollar waren auch die Erträge des Kreditkartenanbieters rückläufig gewesen.

Ohne Zahlen gehörten die Aktien von Merck & Co mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent zu den grössten Dow-Gewinnern. Sie profitierten von einem Rückschlag für den Konkurrenten Bristol-Myers Squibb . Dessen Papiere sackten um fast 10 Prozent in den Keller, weil er die Hoffnung auf eine beschleunigte Zulassung für eine kombinierte Krebsbehandlung mit dem Mittel Opdivo aufgab. Laut Händlern stärkt der Rückschlag die Führungsposition von Merck auf diesem Gebiet./tih/he

(AWP)