An der Nasdaq hingegen gab es klare Gewinne gestützt auf gute Nachrichten vom Streamingdienst Netflix . Der Auswahlindex Nasdaq 100 legte 1,01 Prozent auf 12 373,69 Punkte zu und erreichte das höchste Niveau seit fast sechs Wochen. Dieses gelang zwar auch dem Dow mit einer Tagesspitze von 31 944 Punkten, im Gegensatz zur Nasdaq konnte der Standardwerte-Index dieses Niveau aber nicht halten.
Die zentrale Rolle an den Aktienmärkten spielt am Mittwoch weiter die Gasversorgung Europas und die damit verbundenen Rezessionssorgen. Die Euphorie, die Gerüchte über eine Fortsetzung der russischen Erdgaslieferungen am Vortag ausgelöst hatten, mischte sich nun wieder mit grösserer Skepsis. Neben den ersten Hinweisen gab es auch neuerliche Warnungen aus Moskau und so blieb unklar, wie viel Gas wieder fliessen wird.
Die Sorgen um die Gefahr einer europäischen Gaskrise liessen zum Auftakt auch die Wall Street nicht ganz kalt, auch wenn die USA nicht auf russische Gaslieferungen angewiesen sind. "Europa ist ein wichtiger Handelspartner für andere grosse Volkswirtschaften und daher ist es fast unvermeidlich, dass eine Gaskrise in Europa auch anderswo ausstrahlen würde", sagte ein Experte.
Unternehmenszahlen drückten am Mittwoch eher der Nasdaq-Börse ihren Stempel auf mit Netflix-Zahlen, die geprägt waren von einer besser als befürchteten Entwicklung der Nutzerzahlen. Die Aktien des Streamingdienstes etablierten sich nach wechselhaftem Start klar mit 5,5 Prozent im Plus. Sie setzten sich mit dem höchsten Stand seit Ende April deutlich von der 200-Dollar-Marke ab.
Dank Serienhits wie "Stranger Things" ging die Zahl der bezahlten Nutzerkonten weniger stark zurück als befürchtet. Am Markt hiess es, Netflix habe damit ein "Worst-Case-Szenario" vermieden. "Nach dem Verlust vieler Kunden im ersten Halbjahr lautet die Botschaft an die Anleger: Es hätte schlimmer kommen können", sagten Börsianer. Bislang steht bei den Papieren in diesem Jahr noch immer ein Kursrückgang um fast zwei Drittel zu Buche.
Von den Netflix-Nachrichten profitierten auch die Titel des im Dow gelisteten Konkurrenten Walt Disney , der mit "Disney+" seinen eigenen Streamingdienst aufgezogen hat. Die Aktien des Unterhaltungsriesen legten im Schlepptau von Netflix um 3,3 Prozent zu. Auch Amazon mischt mit seinen Prime-Diensten in dieser Sparte mit, hier ging es für die Papiere um etwa drei Prozent hoch.
Generell schlechte Stimmung herrschte im Gesundheitssektor, da halfen auch eigentlich gut bewertete Quartalszahlen sowie angehobene Jahresziele der Pharmakonzerne Biogen und Abbott nicht. Ihre Papiere rutschten um 6,7 respektive 2,1 Prozent ab.
Ein grosses Minus gab es nach Zahlen bei Baker Hughes . Mit einem Abschlag von zuletzt acht Prozent fiel die Aktie in einem generell schlechten Umfeld für Energie- und Versorgerwerte besonders negativ auf. Das Unternehmen aus der Ölfeld-Serviceindustrie enttäuschte mit den Quartalszahlen und der Aussage, dass sich die Nachfrageaussichten für die nächsten 12 bis 18 Monate wohl verschlechtern werden./tih/he
(AWP)