Aktien New York: Freundlicher Auftakt - Milliarden-Übernahme im Fokus

Mit einer sanften Erholung ist die Wall Street in die verkürzte Thanksgiving-Woche gestartet. Positive Impulse kamen von unerwartet starken US-Konjunkturdaten. So war der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Oktober überraschend deutlich gestiegen. Auf Unternehmensseite stand eine weitere mögliche Milliarden-Übernahme in der US-Halbleiterbranche im Mittelpunkt des Interesses.
20.11.2017 16:54

Der Dow Jones Industrial notierte am Montag zuletzt 0,34 Prozent höher bei 23 438,06 Punkten, nachdem er am Freitag gut 0,4 Prozent verloren hatte und die vergangene Woche mit einem Minus von knapp 0,3 Prozent beendet hatte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Montag um 0,08 Prozent auf 2580,95 Zähler aufwärts. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 sank um 0,05 Prozent auf 6311,22 Punkte.

Die Aktien des Chipherstellers Cavium schnellten um 7,2 Prozent auf 81,28 US-Dollar empor, nachdem Konkurrent Marvell Technology eine 6 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte vorgelegt hatte. Cavium-Aktionäre sollen für jedes ihrer Papiere 40 Dollar in bar erhalten sowie Aktien von Marvell. Von den Verwaltungsräten beider Konzerne gab es bereits grünes Licht für das Vorhaben. Die Marvell-Titel stiegen um 0,4 Prozent.

Mit einer solchen Fusion würde den Chipgrössen Intel und Broadcom ein gewichtiger Gegenspieler erwachsen. Zuletzt hatte Broadcom ein - inklusive Schuldenübernahme - 130 Milliarden Dollar schweres Angebot für den Chipkonzern Qualcomm vorgelegt, welches dieser aber ablehnt.

Auch einige Qualcomm-Grossaktionäre sind mit der aktuellen Offerte von 70 Dollar je Aktie unzufrieden. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet, verlangen sie mindestens 10 Dollar mehr. Qualcomm wiederum strebt die Übernahme des niederländischen Chipspezialisten NXP an. Die Papiere von Broadcom und Qualcomm zeigten sich davon aber völlig unbeeindruckt und notierten zuletzt jeweils kaum verändert.

Klares Schlusslicht im Dow waren Merck & Co , die um 2,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund anderthalb Jahren absackten. Händler verwiesen zur Begründung auf sehr gute Studiendaten des Wettbewerbers Roche für ein Lungenkrebsmittel, was die Aussichten für die konkurrierenden Merck-Medikamente verschlechtere. Die Titel von Merck & Co haben damit in den vergangenen vier Wochen bereits mehr als 15 Prozent an Wert eingebüsst./edh/he

(AWP)