Aktien New York: Kurse verharren unter ihren Rekordständen

Stagnation auf hohem Niveau lautet am Dienstag das Motto an der Wall Street. Die grossen Indizes verbuchten im frühen Handel nur kleine Zugewinne. Auch positive Signale von der Konjunktur konnten die Investoren bislang nicht aus der Reserve locken. "Wir warten auf Neues zur Russland-Affäre rund um Donald Trump", schrieb Mike van Dulken, Analyst von Accendo Markets, in einem Börsenkommentar. Der Dow Jones Index stieg leicht um 0,05 Prozent auf 23 361,49 Punkte.
31.10.2017 16:00

Fast ein Jahr nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat die Russland-Affäre das Weisse Haus weiter fest im Griff. FBI-Sonderermittler Robert Mueller klagte mit dem einstigen Wahlkampfmanager Paul Manafort und dessen früherem Geschäftspartner Rick Gates erstmals zwei Trump-Getreue an. Beiden werden Finanzstraftaten vorgeworfen, sie befinden sich bis zur Prozesseröffnung zunächst unter Hausarrest. Zeitgleich wurde bekannt, dass mit George Papadopoulos ein Trump-Berater bewusst Falschaussagen in der Russland-Affäre gemacht hatte.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,09 Prozent auf 2575,25 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag auf ein Rekordhoch gestiegen war, rückte um 0,21 Prozent auf 6240,48 Punkte vor.

Mit dem Pharmakonzern Pfizer und dem Kreditkartenanbieter Mastercard hatten zwei Schwergewichte Quartalszahlen veröffentlicht. Pfizer-Aktien verloren 0,7 Prozent. Das Unternehmen hatte zwar die jüngste Serie an Umsatzrückgängen im dritten Quartal gestoppt. Zudem überraschte es beim Gewinn positiv. Der Analyst Alistair Campbell von der Berenberg Bank wies jedoch darauf hin, dass mit den Medikamenten Xeljanz und Ibrance zwei künftige Wachstumstreiber hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Der Gewinn je Aktie des Finanzdienstleisters Mastercard hatte mit 1,34 US-Dollar selbst die höchste Analystenschätzung übertroffen. Die Spanne der Prognosen der Experten reichte von 1,18 bis 1,28 Dollar. Das Gleiche galt für den Nettoumsatz des Konzerns. Dennoch gab der Kurs leicht nach, nachdem er in den vergangenen Monaten bereits stark gestiegen war.

Unter starkem Druck standen die Papiere des Sportartikelherstellers Under Armour. Nach schwachen Quartalszahlen und einer Gewinnwarnung sackte der Kurs des Kontrahenten von Nike und Adidas um fast 16 Prozent ab. Der Konzern kämpft insbesondere im US-Heimatmarkt mit Problemen, dort gingen die Erlöse um 12 Prozent zurück.

Papiere des Industrie-Automatisierers Rockwell Automation schnellten nach einem Übernahmeangebot von Emerson Electric um 7,3 Prozent nach oben. Zwischenzeitlich verbuchten die Papiere den grössten Kurssprung seit acht Jahren. An der Börse wurde das Unternehmen zuletzt mit 24 Milliarden US-Dollar bewertet. Rockwell hat das Angebot abgelehnt. Papiere von Emerson Electric verloren 1,2 Prozent.

Der Milka-Hersteller Mondelez hatte am Vorabend mit überraschend guten Quartalszahlen Anlegerherzen schmelzen lassen. Mondelez hatte im dritten Quartal beim Gewinn selbst die Erwartungen der optimistischsten Experten übertroffen. Der Kurs zog um 5,6 Prozent an.

Aktien des Chip-Herstellers Qualcomm büssten knapp 7 Prozent ein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete, will Apple künftig keine Komponenten von Qualcomm mehr in iPhones und iPads einbauen. Stattdessen könne Apple auf Bauteile von Intel zurückgreifen, hiess es. Intel-Aktien stiegen daraufhin um 2,9 Prozent./bek/he

(AWP)