Aktien New York: Mehrere Belastungsfaktoren sorgen für tiefroten Wochenstart

Zahlreiche Belastungsfaktoren haben die US-Aktienmärkte zu Beginn der neuen Woche auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex Dow Jones Industrial knickte am Montag zuletzt um 2,31 Prozent auf 33 784,59 Punkte ein, nachdem er kurz auf den tiefsten Stand seit Ende Juni abgesackt war.
20.09.2021 20:21

Der breiter gefasste S&P 500 büsste 2,34 Prozent auf 4329,16 Zähler ein. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 2,77 Prozent auf 14 909,48 Punkte.

Börsianer verwiesen unter anderem auf die Angst der Anleger vor dem kriselnden chinesischen Immobiliensektor angesichts der Schieflage von Evergrande. Der angeschlagene Konzern muss frisches Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger zu bezahlen. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Die Probleme haben sich laut Beobachtern für Evergrande in den letzten Monaten verschärft, weil Peking strengere Regeln für den hoch verschuldeten Immobiliensektor des Landes durchsetzt.

Darüber hinaus befürchten die Anleger nicht nur eine baldige Abkehr von der lockeren US-Geldpolitik, sondern sehen sich auch mit Risiken konfrontiert, die sich aus der Ungewissheit über das Vier-Billionen-Dollar-Wirtschaftsprogramm von US-Präsident Joe Biden sowie aus der Notwendigkeit einer Anhebung oder Aussetzung der US-Schuldenobergrenze ergeben. US-Finanzministerin Janet Yellen sagte, dass der US-Regierung im Oktober das Geld ausgehen wird, um ihre Rechnungen zu bezahlen, wenn die Obergrenze nicht angehoben wird, und warnte vor einer "wirtschaftlichen Katastrophe", wenn die Gesetzgeber nicht die notwendigen Schritte unternehmen.

Im Dow verzeichneten die als sehr konjunktursensibel geltenden Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit einem Minus von fünf Prozent die höchsten Verluste. Die Aktien fanden sich damit auf dem tiefsten Niveau seit Anfang Februar wieder.

Zudem mieden die Anleger angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren Aktien aus der Finanzbranche. Damit sackten die Papiere von Goldman Sachs und die von JPMorgan um jeweils mehr als vier Prozent ab.

"Die Angst vor einer nächsten Immobilienkrise ist zurzeit gross", schrieb Marktexperte Christian Henke vom Handelshaus IG. Die chinesische Regierung scheine nicht bereit zu sein, Evergrande zu helfen. "Die Sorge ist nun, dass weitere Konzerne aus diesem Sektor in die Tiefe gerissen werden und sich daraus möglicherweise eine neue Immobilienkrise entwickelt. Erinnerungen an die Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 werden wach." Henke verwies damit auf die aus dem Lehman-Debakel resultierende weltweite Finanzmarktkrise.

Unter den weiteren Einzelwerten standen die Aktien von Pfizer und Biontech im Anlegerfokus. Der Corona-Impfstoff hat sich nach Angaben der beiden Partner bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Die Daten der klinischen Studie sollen so bald wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden.

Die Papiere von Pfizer konnten sich dem Sog des sehr schwachen Gesamtmarktes entziehen und legten zuletzt etwas zu. Die überaus schwankungsanfälligen Anteilsscheine von Biontech fielen zwar um fast sechs Prozent, bewegten sich damit aber immer noch in der Handelsspanne der letzten Wochen./la/jha/

(AWP)

 
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