Aktien New York: Politische Unsicherheit und IBM-Kursrutsch bremsen Dow

Der Dow Jones Industrial ist am Mittwoch kaum von der Stelle gekommen. Zuletzt notierte der US-Leitindex 0,13 Prozent im Minus bei 20'495,90 Punkten. Neben den anhaltenden politischen Unsicherheiten bremste ihn der Kursrutsch der IBM-Aktie nach enttäuschenden Quartalszahlen des IT-Riesen.
19.04.2017 17:11

Etwas besser schlugen sich die anderen Aktienindizes, die schon am Vortag weniger verloren hatten als der Dow: Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,24 Prozent auf 2'347,76 Zähler hoch und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gewann 0,56 Prozent auf 5'421,85 Punkte.

Die Investoren warteten auf Hinweise, ob die zuletzt eher schwachen Konjunkturdaten aus den USA bereits den Beginn eines Wirtschaftsabschwungs signalisieren könnten, hiess es aus dem Markt. Dazu passe auch die eher enttäuschend angelaufene Berichtssaison, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets unter Verweis auf die am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen der Grossbank Goldman Sachs oder des Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson.

Auch am Mittwoch sorgten die durchwachsenen Unternehmenszahlen zur jüngsten Geschäftsentwicklung für keinen rechten Schub. Zudem setzten die anhaltenden Unsicherheiten rund um den Atom-Streit mit Nordkorea, die am Sonntag anstehende, erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen und die für Juni angesetzten Neuwahlen in Grossbritannien der Kauflust Grenzen.

IBM litt zum Jahresauftakt weiter unter der Schwäche im traditionellen Computer-Kerngeschäft und meldete nun das 20. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang. Der Konzern tut sich schwer mit dem von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierten Wandel hin zum modernen Anbieter von Cloud-Services, Daten-Analyse, künstlicher Intelligenz und Sicherheits-Software. Die Papiere büssten als abgeschlagenes Schlusslicht im Dow 5,45 Prozent ein.

Bei Yahoo setzten auch gute Zahlen keine Energien frei: Die Aktien sanken um 0,26 Prozent, obwohl das kriselnde Online-Urgestein im letzten eigenständigen Quartal vor der Übernahme des Kerngeschäfts durch den Telekomkonzern Verizon besser als erwartet abgeschnitten hatte.

Dagegen erfreute die Investmentbank Morgan Stanley ihre Aktionäre: Mit einem Ertrags- und Gewinnsprung in den ersten drei Monaten des Jahres knüpfte sie an ihr gutes Ergebnis aus dem Schlussquartal 2016 an. Mit einem Plus von 2,50 Prozent gehörten die Aktien zu den grössten Gewinnern im S&P 500.

Die Titel von Konkurrent U.S. Bancorp legten dank eines höher als erwartet ausgefallenen Gewinns im ersten Quartal um 0,69 Prozent zu. Auch für die Aktien anderer Banken wie Bank of America und Wells Fargo , die bereits Zahlen vorgelegt haben, ging es bergauf - obwohl sich die schweizerische Grossbank UBS skeptisch zur US-Konkurrenz geäussert hatte.

Die an der New Yorker Börse gelisteten Anteilscheine des Autobauers Fiat Chrysler profitierten mit plus 2,87 Prozent von guten Absatzzahlen. Im März hatte das Unternehmen in Europa 17,7 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Beim Elektroautobauer Tesla konnten sich die Investoren über ein Kursplus von 1,65 Prozent freuen. Tesla-Chef Elon Musk hatte im Streit mit der IG Metall eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des übernommenen deutschen Autozulieferer Grohmann abgegeben.

gl/he

(AWP)