Im Verlauf reduzierten die Indizes ihre Verluste. Am Ende gab der Dow Jones Industrial noch um 0,45 Prozent auf 30 822,42 Punkte nach. Der breit aufgestellte S&P 500 sank um 0,72 Prozent auf 3873,33 Zähler. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 verlor 0,55 Prozent auf 11 861,38 Punkte. Alle drei New Yorker Kursbarometer hatten im Verlauf erneut Tiefststände seit Mitte Juli erreicht.

Für den Dow ergibt sich ein Wochenverlust von 4,1 Prozent. Vor einem Monat hatte er noch ein Zwischenhoch bei 34 281 Punkten erreicht, von dem er mittlerweile um gut zehn Prozent zurückgefallen ist. Das Wochenminus für den Nasdaq 100 beläuft sich derweil auf 5,8 Prozent.

Am Freitag trieb die Anleger neben den schon länger währenden Inflations-, Zins- und Konjunktursorgen auch der grosse Verfall an den Terminbörsen um. Die Rezessionsangst wurde durch eine Gewinnwarnung des Logistikers Fedex verstärkt, der wegen seiner wichtigen Rolle in den globalen Lieferketten auch als Indikator für den Welthandel gilt.

Die Fedex-Papiere brachen um 21,4 Prozent ein. Sie zogen auch den Konkurrenten UPS um 4,5 Prozent nach unten. Fedex hatte die Gewinnprognose nach einem schwachen Quartal zurückgezogen. Laut dem UBS-Analysten Thomas Wadewitz hat der Gewinn je Aktie den Konsens um ein Drittel verfehlt. Der Deutsche-Bank-Analyst Amit Mehrotra schrieb, er habe in den 20 Jahren, in denen sein Institut Unternehmen analysiert, im Vergleich zu den Erwartungen noch nie so schwache Ergebnisse gesehen.

Für die Papiere von Uber ging es zeitweise um fast sieben Prozent abwärts, zuletzt dann noch um 3,6 Prozent. Der Fahrdienstvermittler ist offenbar Opfer eines Hackerangriffs geworden. Nach einem Bericht der "New York Times" wurden durch den Cyberangriff viele interne Systeme in Mitleidenschaft gezogen. Das Unternehmen sprach von einem "Cybersicherheitsvorfall". Uber werde diesen untersuchen und habe sich mit den Strafverfolgungsbehörden in Verbindung gesetzt.

Zwei am Vortag schon besonders auffällige Werte knüpften zu Wochenschluss an ihre Bewegungen an: Die am Donnerstag von einer Analysten-Hochstufung angetriebenen Netflix-Papiere waren an der Nasdaq mit einem weiteren Anstieg um zwei Prozent unter den wenigen positiven Werten. Neuerdings bewegen sie sich über dem 21-Tage-Durchschnitt, einer bei Anlegern beliebten Indikatorlinie.

Um 3,1 Prozent weiter bergab ging es dagegen für die Adobe-Aktie , die am Vortag schon eingebrochen war wegen der als teuer erachteten Übernahme der Web-Design-Softwarefirma Figma. Einige Analysten reagierten nun ähnlich erschrocken wie die Anleger, viele verwiesen auf die mit dem Deal verbundene Gewinnverwässerung. Von Barclays und der Bank of America gab es Abstufungen.

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag um die Parität zum US-Dollar bewegt. In New York kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,0012 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 0,9954 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0046 Euro.

Am US-Anleihemarkt hat der Zinsauftrieb am Freitag etwas nachgelassen. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen erreichte zwar zunächst den höchsten Stand seit etwa drei Monaten, ging dann aber auf 3,45 Prozent zurück. Im Gegenzug konnten die Kurse etwas zulegen. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries stieg um 0,19 Prozent auf 114,72 Punkte./tih/jha/

(AWP)