Bei den Werten handelt es sich dem Bericht zufolge um sogenannte Realwerte, bezogen auf das Preisniveau des Jahres 2026. Der sogenannte Eckrentner ist eine Bezugsgrösse in Rentendebatten: Darunter wird ein fiktiver Rentner verstanden, der 45 Jahre gearbeitet und immer genau das Durchschnittseinkommen verdient hat. Seine Bruttorente liegt nach der im Juli wirksamen Rentenerhöhung bei 1.913,40 Euro.
Die Rentenkommission legt Kanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas heute ihre Vorschläge für einen Umbau der Altersvorsorge vor. Ein zentraler Punkt ist die geplante zusätzliche Kapitalsäule: Die Pflichtbeiträge zur Rente sollen schrittweise um bis zu zwei Prozent vom Einkommen steigen, zu gleichen Teilen getragen von Arbeitgebern und Beschäftigten. Davon soll Kapital aufgebaut werden, das angelegt wird. Durch die erwirtschafteten Erträge soll in Zukunft das Rentenniveau steigen.
«Könnte ein Durchbruch für unser Land sein»
«Die Zumischung von Kapitaldeckung wird im demografischen Wandel helfen», sagte Kommissionsmitglied Jörg Rocholl, Präsident der Berliner Wirtschaftshochschule ESMT, dem «Spiegel». Das Konzept habe grosses Potenzial. «Das könnte ein Durchbruch für unser Land sein.»
Der Kapitalrenten-Vorschlag würde für die Wirtschaft die Lohnnebenkosten erhöhen, die Arbeitgeberverbände hatten ihn deshalb bereits kritisiert. Rocholl sagte, die Sorgen der Firmen seien sehr ernst zu nehmen. Allerdings hätten auch die Arbeitgeber «ein Interesse an einem langfristig stabilen System». Die Kapitalrente habe «überragende makroökonomische Vorteile für unser Land». Er hoffe deshalb, dass «Individual-Interessen zurücktreten werden»./sku/DP/nas
(AWP)
