Die SP gibt ihr Wahlkampfbudget mit 6,9 Millionen Franken an. Die Mitte weist 6,5 Millionen aus, die Grünen 3,7 Millionen und die Grünliberale Partei beziffert die Kasse auf 2,9 Millionen Franken. Die Evangelische Volkspartei EVP budgetiert 1,2 Millionen. Das spiegelt den Stand vom 18. September, wie den von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) im Internet veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist.
Grösster Spender ist Blocher
Grösster Einzelspender auf nationaler Ebene ist alt Bundesrat Christoph Blocher. Der Vordenker stellt «seiner» SVP 550'000 Franken zur Verfügung, wie der im Rahmen der Transparenz der Politikfinanzierung erstellten Datenbank der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zu entnehmen ist. Blocher machte seine Zuwendung bereits im Vorfeld bekannt.
Nummer zwei sind Schweizerischer Gewerbe-, Arbeitgeber- und Bauernverband sowie Economiesuisse mit je 500'000 Franken. Sie unterstützen die Kampagne «Perspektive Schweiz» für bürgerliche Kandidaturen.
Ebenfalls auf Rang zwei landen die SVP-nahe Stiftung für bürgerliche Politik und Carmita Burkard für die Grünen. Die Sika-Erbin überwies den Grünen zwar eine Million Franken, die Hälfte ging aber an die Kantonalsektionen.
Premiere für die EFK
Im Rahmen der Transparenz in der Politikfinanzierung erhebt die EFK die Daten bei den eidgenössischen Wahlen zum ersten Mal. Die politischen Akteure müssen der EFK Kampagnen mit über 50'000 Franken Budget und Spenden über 15'000 Franken unter Namensnennung melden. Meldepflichtig sind nicht die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten, sondern die Kampagnenführerschaft.
Zuerst offen zu legen sind die Budgets für die Nationalratswahlen. Die Ständerätinnen und -räte müssen erst nach der Wahl und nur im Erfolgsfall für Transparenz sorgen.
Für die Nationalratswahlen erfassten die Meldepflichtigen 257 Kampagnen für über 50'000 Franken und 475 Meldungen. Die Meldungen betreffen die 257 budgetierten Einnahmen für die Kampagnen, 218 Meldungen legen Spenden von über 15'000 Franken offen. Zwei Drittel der Kampagnen führen Verbände, Vereine, Parteien und andere Körperschaften.
SVP fährt teuerste Kampagne
45 Prozent der Kampagnen kosten zwischen 50'000 und 100'000 Franken. Auf sie entfallen aber nur 15 Prozent der Einnahmen. Einen Drittel der Budgets verschlingen Kampagnen im Umfang von über einer halben Million Franken.
Mit 4,8 Millionen Franken leistet sich die SVP Schweiz die teuerste Kampagne, etwa mit der in alle Haushalte verteilten Wahlzeitung.
Die offen gelegten Spenden belaufen sich auf 10,5 Millionen Franken und damit 21 Prozent der budgetierten Einnahmen.
Die EFK nimmt Stichprobenkontrollen vor. Widerhandlungen kann sie mit 40'000 Franken sanktionieren. Die Schlussabrechnung erfolgt nach den Wahlen.
(AWP)