Der deutsche Markt gilt als attraktives Pflaster: Ende 2025 summierte sich das Geldvermögen der privaten Haushalte hierzulande nach Zahlen der Bundesbank auf den Rekordwert von rund 9.504 Milliarden Euro, mehr als ein Drittel davon (37,2 Prozent) sind Bargeld und Einlagen wie Tagesgeld.
«Wir haben in Deutschland eine ausgeprägte Sparkultur mit viel ungenutztem Potenzial», sagt Chase-Deutschlandchef Daniel Llano Manibardo, der zuvor für die Direktbank ING tätig war. Ziel sei, Kundinnen und Kunden dauerhaft ein attraktives Angebot zu bieten - auch nach der Angebotsphase, in der Chase für vier Monate vier Prozent Zinsen fürs Tagesgeld bietet.
Wettbewerb um Neukunden
Zur Einordnung: Nach Analyse des Vergleichsportals Verivox zahlen bundesweit aktive Geldhäuser Bestandskunden derzeit im Schnitt 1,32 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Für Neukunden gibt es befristet bis zu 3,5 Prozent Zinsen.
«Tagesgeldangebote mit befristeten Neukundenkonditionen sind vor allem für Sparer interessant, die dazu bereit sind, ihr Geld erneut zu einer anderen Bank umzuschichten, wenn die hohen Zinsen nach einigen Monaten auslaufen», sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. «Wer das nicht möchte, sollte beim Zinsvergleich eher auf möglichst attraktive Bestandskundenkonditionen achten.»
Ausbau des Angebots bis Ende 2028
Schrittweise will Chase ihr App-basiertes Angebot für Privatkunden in Deutschland ausbauen und «zu einer führenden digitalen Hausbank» für Verbraucherinnen und Verbraucher werden. Bis Ende 2028 sollen auch Girokonten, Investment- und Kreditprodukte verfügbar sein. So soll Deutschland für das Institut in Europa der zweite wichtige Markt nach Grossbritannien werden, wo Chase den Angaben zufolge seit 2021 bis dato mehr als drei Millionen Kundinnen und Kunden gewonnen hat./ben/DP/stk
(AWP)
