Der Dax legte letztlich um 0,80 Prozent auf 24.998,40 Punkte zu. Er begab sich in seiner Schlussrally wieder zeitweise über die 25.000-Punkte-Marke, die schon den ganzen Februar hart umkämpft ist. Charttechnisch sendete der deutsche Leitindex ein positives Signal, indem er sich von seinem 21-Tage-Durchschnitt nach oben absetzte. Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten kam am Dienstag mit 31.444,33 Punkten auf ein Plus von 0,25 Prozent.

Anleger schüttelten es am Dienstag ab, dass die vom ZEW-Institut ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland im Februar ein tristes Bild abgaben. Im Fokus blieb weiterhin die Frage, in welchem Masse die Künstliche Intelligenz ganze Branchen durchrütteln kann. «Im Dax spielen diese Sorgen allerdings eine eher untergeordnete Rolle», kommentierte dies am Nachmittag der Experte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Die Bayer -Aktie machte es dem Dax gleich, indem sie am Nachmittag deutlich anzog. Zuerst reagierten sie damit auf einen Kreise-Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, der sich dann in den Schlussminuten bewahrheitete: Der Chemie- und Pharmakonzern hat in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Roundup geschlossen.

Die Bayer-Titel schlossen 7,4 Prozent höher bei 49,32 Euro. Erstmals seit September 2023 näherte sich der Kurs wieder der 50-Euro-Marke. Die Hoffnung, dass es in den Rechtsstreitigkeiten bald Fortschritte geben könnte, hatte zuletzt schon zu einer Erholungsrally der Bayer-Aktien beigetragen, die nun mit einem Jahresplus von 33 Prozent zum bisher unangefochtenen Dax-Spitzenreiter Siemens Energy aufschlossen. Dessen Kurs fiel am Dienstag um 1,4 Prozent.

Stark gefragt waren ansonsten die Immobilienwerte - mit dem Dax-Vertreter Vonovia , dessen Kurs um fast vier Prozent stieg. Dies wurde noch etwas in den Schatten gestellt vom MDax-Wert Aroundtown , der um 4,8 Prozent zulegte. Hier sorgte ein Bericht des Research-Dienstes Viceroy für Ausschläge. Zur generellen Branchentendenz passten fallende Zinsen am deutschen Anleihemarkt. Anleger sehen darin ein positives Signal für die Refinanzierungskosten der Immobilienbranche.

Für die Aktien des Softwareherstellers Teamviewer ging es auf ein weiteres Rekordtief. Sie verloren zuletzt drei Prozent und wurden begleitet vom Autozulieferer Aumovio , dessen Kurs 4,3 Prozent einbüsste. Laut dem Analysehaus Bernstein Research sind bei beiden Papieren die Verdrängungsrisiken durch Künstliche Intelligenz (KI) noch nicht eingepreist. Aumovio belaste hier vor allem der Wandel hin zu Software-definierten-Fahrzeugen.

Die Ende Dezember eingeleitete Erholung der Südzucker -Aktien endete mit einem Abschlag von vier Prozent. Der Zuckerkonzern erwartet ausserordentliche Abschreibungen und setzt in der Folge die Dividende aus.

Noch etwas mehr verloren im SDax die Aktien von Ottobock nach Kurskapriolen im Tagesverlauf. Anleger schwankten hier zwischen guten Jahreszahlen und einem störenden Ausblick auf das Jahr 2026. Aus einem frühen Spitzenplus, das fast neun Prozent gross war, wurde letztlich ein Abschlag von 4,2 Prozent.

Auf europäischer Ebene hatte der EuroStoxx 50 im Tagesverlauf auch aufgedreht. Der Leitindex der Eurozone schloss 0,72 Prozent höher bei 6.021,85 Zählern . Er setzte sich damit von der zuletzt umkämpften 6.000-Punkte-Marke ab. Kursgewinne gab es auch ausserhalb der Eurozone an den Länderbörsen in Zürich und London./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

(AWP)