Ein Nato-Sprecher wollte die Informationen zunächst weder dementieren noch bestätigen. Zuletzt hatte es geheissen, eine endgültige Entscheidung solle es bis zum Nato-Gipfel im Juli in Ankara geben. Organisiert wird das Milliardenprojekt von der Nato-Beschaffungsagentur NSPA.
Nato-Staaten wollten ursprünglich US-Flugzeuge kaufen
Ursprünglich hatte die Nato eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte dann bereits im vergangenen September gesagt, dass nach der geplanten Ausmusterung der Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme. Deutschland wird nach dem Rückzug der USA voraussichtlich den grössten Anteil der Kosten übernehmen.
Bislang sind rund vier Jahrzehnte alte Flugzeuge vom Typ Boeing 707 Basis für das fliegendes Radarsystem der Nato im Einsatz, das auch unter dem Namen Awacs (Airborne Early Warning and Control System) bekannt ist. Die Maschinen werden derzeit vor allem zur Überwachung des Luftraumes im östlichen Europa eingesetzt.
Hauptstützpunkt der Flotte ist der Nato-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen. Sie besteht derzeit aus 14 Maschinen und war bislang an allen grossen Nato-Einsätzen beteiligt, zum Beispiel an denen zum Kampf gegen den Terrorismus und im Kosovokrieg.
Die Awacs sind mit ihrem pilzförmigen Radaraufbau in der Lage, andere Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung zu orten und zu identifizieren. Die von ihnen gewonnenen Informationen können die Flugzeuge über Datenlinks in nahezu Echtzeit an Kräfte am Boden, auf See oder in der Luft weitergeben. Damit können sie auch als fliegende Gefechtsleitstände eingesetzt werden./aha/DP/nas
(AWP)
