Auszahlungen würden «laufend entsprechend dem Resultat der Abklärungen» erfolgen, heisst es auf der Internetseite von MBaer. Der von der Finanzmarktaufsicht (Finma) eingesetzte Liquidator, Daniel Staehelin, bestätigte am Freitag gegenüber dem Online-Portal «Tippinpoint», dass bislang noch keine Überweisung erfolgt sei.

Derzeit sei eine Rückzahlung von Kundengeldern auch deshalb nicht möglich, weil die Bank mit dem Entzug ihrer Bewilligung vom Interbanken-Zahlungssystem SIC abgeschnitten ist, schreiben die Liquidatoren auf der Webseite. «Wir arbeiten intensiv daran, hier eine Lösung zu finden.»

Beschränkung auf 100'000 Franken

Laut früheren Mitteilungen sind bei der MBaer ausreichend Vermögenswerte vorhanden, um die Bankkunden und Gläubiger vollumfänglich zu befriedigen. Aufgrund der Intervention aus den USA und dem Bewilligungsentzug unterliege die Bank allerdings Beschränkungen im Zahlungsverkehr: Vorderhand könnten daher pro Kunde nur maximal 100'000 Franken und nur in Schweizer Franken ausbezahlt werden.

Die Finma hatte der MBaer Bank Ende Februar 2026 nach Sanktionsdrohungen der US-Behörden wegen «schwerer Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäscherei» die Lizenz entzogen und die Liquidation angeordnet. Die Zürcher Privatbank verfügte per Ende 2025 über rund 700 Kundenbeziehungen und verwaltete Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken.

Hilfe für sanktionierte Kunden

Eingeleitet wurde die Finma-Untersuchung bereits 2024 nach Abklärungen über Kunden in Verbindung mit Russland-Sanktionen. Dabei habe sich gezeigt, dass 80 Prozent der Kundenbeziehungen erhöhte Risiken aufgewiesen. Zuletzt hätten gar 98 Prozent der entgegengenommenen Vermögenswerte von «Hochrisikokunden» gestammt.

Die US-Behörden hatten der MBaer ihrerseits vorgeworfen. «Hunderte Millionen Dollar im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland durch das US-Finanzsystem geschleust» zu haben. Der MBaer-Fall hatte in der Folge auch international Schlagzeilen gemacht.

tp/cg

(AWP)