Mehr als eine Million Menschen ausserhalb der Bergkantone sind inzwischen zwischen 55 und 64 Jahre alt. Viele von ihnen verfügen über genügend Einkommen und Vermögen für den Kauf einer Ferienwohnung. «Eine so grosse potenzielle Käufergruppe hatten wir in der Schweiz noch nie», sagte UBS-Ökonom Maciej Skoczek am Donnerstag vor den Medien.
Viele Käufer sähen eine Ferienwohnung zudem als künftigen Erstwohnsitz nach der Pensionierung. Die Nachfrage sei aufgrund dieser demografischen Entwicklung für die kommenden Jahre weitgehend gesichert, so Skoczek.
Wohlstand wächst schneller als das Angebot
Die Zahl einkommensstarker Haushalte sei seit 2017 um mehr als 20 Prozent gestiegen, der Wohnungsbestand in den Bergregionen dagegen nur um rund 7 Prozent. «Der Nachfrageüberhang sollte auch in den nächsten Jahren bestehen bleiben», sagte Skoczek.
Zusätzlichen Rückenwind erhält der Markt durch tiefere Hypothekarzinsen. Zudem verteuerten sich Hotelübernachtungen in den Alpen laut UBS seit 2019 um 35 Prozent. Dies mache den Kauf einer Ferienwohnung attraktiver. Wer eine eigene Ferienwohnung besitzt, könne auch spontaner über An- und Abreise entscheiden.
Schweiz deutlich teurer als Österreich
Die Preise für Ferienwohnungen stiegen 2025 im Alpenraum um 4 Prozent. In der Schweiz fiel das Plus mit 6 Prozent noch stärker aus. Seit 2019 haben sich Alpen-Ferienwohnungen in der Schweiz damit um 45 Prozent verteuert.
Neun der zehn teuersten Ferienwohnungsorte im Alpenraum liegen in der Schweiz. Erst auf Rang sechs folgt mit Courchevel in Frankreich die erste nicht-schweizerische Destination. Für Ferienwohnungen im gehobenen Segment werden in Gstaad rund 25'000 Franken pro Quadratmeter bezahlt. In Kitzbühel, der teuersten Destination Österreichs, sind es dagegen rund 15'000 Franken.
Kitzbühel sei zwar weiterhin eine der exklusivsten Destinationen im Alpenraum, so Skoczek. Der Markt habe zuletzt aber unter der schwächeren deutschen Konjunktur gelitten. Zudem hätten strengere Nutzungsvorschriften die Nachfrage gebremst.
Andermatt als Sonderfall
Besonders stark stiegen die Preise zuletzt in Crans-Montana, Davos/Klosters und Andermatt. Während die Entwicklung in Crans-Montana laut UBS teilweise auf einen Aufholeffekt zurückzuführen ist, profitiert Davos/Klosters von seiner guten Erreichbarkeit und einer wachsenden Nachfrage im Luxussegment.
Andermatt bleibe ein Sonderfall. Umfangreiche Neubauprojekte im gehobenen Segment hätten dort seit Jahren für eine überdurchschnittliche Entwicklung gesorgt.
Für die kommenden Quartale bleibt die UBS optimistisch. «Wohlstand, Demografie und internationale Nachfrage» dürften die Preise weiter stützen, so Skoczek. Er erwartet daher künftig weitere Preissteigerungen - besonders in der Schweiz und in Italien.
jl/to
(AWP)
