Auf den Strassen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Einige schwenkten Hisbollah-Fahnen aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen.
«Ich bin so glücklich», sagte Mahmud, der sich auf den Weg in seine Heimatstadt Nabatija gemacht hat. «Ich werde mein Zelt auf meinem zerstörten Haus aufstellen und wieder zu Hause wohnen.» Eine andere Rückkehrerin sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir wissen, dass die Waffenruhe auf zehn Tage begrenzt ist, aber wir müssen zurückgehen und sehen, was von unseren Häusern übrig ist.»
Im Südlibanon und in denen als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts herrscht nach Wochen des Kriegs grossflächige Zerstörung. Viele Verbindungswege in Richtung Süden wurden während des Kriegs vom israelischen Militär angegriffen und zerstört. Die libanesische Armee kündigte am Morgen an, an der Wiedereröffnung einer wichtigen Brücke in Richtung Süden zu arbeiten.
Nach mehr als sechs Wochen Krieg trat um Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft. Mehr als eine Million Menschen wurden durch die jüngste Eskalation vertrieben.
Israels Armee hatte kurz nach Inkrafttreten die Bewohner im Libanon dazu aufgerufen, sich nicht südlich des Litani-Flusses - etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt - zu begeben. Ein Grossteil der Binnenvertriebenen stammt aus dem betroffenen Gebiet./arj/DP/stk
(AWP)
