Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf 189,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte EBITDA sank dagegen um 2 Prozent auf 28,4 Millionen, und unter dem Strich blieb ein Verlust von 0,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 7,8 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Die Analysten von Baader und ZKB hatten zuvor mit einem starken Anstieg des Halbjahresgewinns gerechnet, nachdem im ersten Semester 2025 noch einmalige Restrukturierungskosten das Ergebnis belastet hatten. Auch beim Umsatz waren sie jeweils von einer Steigerung ausgegangen.
Europäischer Reisesektor unter Druck
Lastminute spricht von einem schwächeren Marktumfeld im zweiten Quartal. Der Iran-Krieg habe branchenweit zu einer Verschiebung hin zu kürzeren Buchungsvorlaufzeiten geführt und das Geschäft belastet. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 2 Prozent auf 91,4 Millionen Euro, und netto blieb ein Verlust von 7,0 Millionen nach einem Gewinn von 1,3 Millionen.
Starke Flugverkäufe sowie eine widerstandsfähige Nachfrage nach kurzfristigen Pauschalreisen-Buchungen hätten das Ergebnis zwar in einem Zeitraum gestützt, in dem grosse Teile des europäischen Reisesektors unter Umsatzdruck geraten seien. Während Buchungen innerhalb von sechs Wochen vor Abreise im Jahresvergleich also zulegten, schwächten sich längerfristige Buchungen dagegen allerding ab, wie Lastminute das veränderte Kundenverhalten beschreibt.
Die Geschäftsdynamik habe sich jedoch bereits verbessert: Der Reisesektor habe sich nach dem schwächeren April und Mai erholt, und im Juni und Juli seien bereits positive Trends sichtbar.
Jahresprognose gesenkt
Dennoch senkt Lastminute für das Gesamtjahr die Wachstumsprognose: Neu geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Für den bereinigten EBITDA wird nun ein Anstieg im mittleren einstelligen bis rund 10-prozentigen Bereich erwartet.
Zuvor waren je rund 10 Prozent angepeilt worden. Dieser Ausblick war allerdings zuletzt Anfang Mai anlässlich der Q1-Zahlen bestätigt worden, dies war zeitlich vor den KI-Ankündigungen. Mitte Juni war bekannt geworden, dass Lastminute sein Geschäft auf den verstärkten Einsatz von KI ausrichtet und im Zuge einer Reorganisation voraussichtlich ein Viertel der rund 1600 Stellen streicht. Die Reorganisation soll planmässig bis Ende 2026 abgeschlossen werden, mit strukturellen Vorteilen ab 2027, wie es am Donnerstag dazu heisst.
Zum Online-Reiseanbieter zählen neben der Marke lastminute.com auch Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan.
ys/uh
(AWP)
