Die Unilever-Aktie notierte kurz nach Handelsbeginn an der Londoner Börse ein halbes Prozent höher und auch McCormick-Papiere legten im nachbörslichen US-Handel 1,7 Prozent zu. Anleger dürften gespannt auf mögliche Äusserungen des Managements warten, wenn der US-Konzern im Laufe des Tages seine Zahlen für das erste Quartal vorlegt.
Unilever hatte vor knapp zwei Wochen Verhandlungen mit dem US-Gewürzhersteller bestätigt. Der britisch-niederländische Konzern hat unter anderem Lebensmittelmarken wie Knorr, Pfanni und Mondamin im Programm. Das Lebensmittelgeschäft etwa in Indien steht Unilever zufolge aber nicht zum Verkauf.
McCormick & Co ist einer der weltgrössten Gewürzhersteller und bietet in Amerika unter anderem die Würzsauce Cholula an. In Europa ist der Hersteller mit Gewürzen etwa in Frankreich, Grossbritannien und den Niederlanden vertreten. Allerdings ist der Konzern deutlich kleiner, als sein aktueller Verhandlungspartner: So erwirtschaftet der gesamte McCormick-Konzern gerade einmal halb so viel Umsatz, wie Unilevers Lebensmittelgeschäft allein.
Dennoch wäre ein Deal für beide Unternehmen der grösste ihrer Firmengeschichte. In der Folge würde McCormick zu einem globalen Giganten für Gewürze, Würzmittel und Würzsaucen werden. Unilever wiederum würde sich als globaler Marktführer in den Bereichen Schönheitspflege, Körperpflege und Haushaltspflege neu positionieren. Konzernchef Fernando Fernandez hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er diese Bereiche als Schlüssel für zukünftiges Wachstum sieht und nicht die Lebensmittel.
In den vergangenen Jahren hatte Unilever ebenso wie andere Konsumgüterkonzerne Schwierigkeiten, da Verbraucher weniger Geld ausgeben. Zudem greifen sie eher zu frischen Lebensmitteln, als zu Fertigprodukten, was Beobachter nicht zuletzt auf den Hype rund um Abnehmspritzen zurückführen./lew/err/jha/
(AWP)
