Ausserdem wurden in der Schweiz im vergangenen Jahr weniger Eheschliessungen und Scheidungen registriert, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag weiter mitteilte.
2025 wurden in der Schweiz 78'200 Lebendgeburten registriert. Das sind 100 bzw. 0,1 Prozent weniger als 2024. Die Geburtenzahl ist somit das vierte Jahr in Folge rückläufig, hat aber weniger stark abgenommen als in den Vorjahren (2024: -2,2 Prozent/2023: -2,8 Prozent). Die Zahl der Todesfälle in der Schweiz blieb 2025 mit 71'900 im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Der Geburtenüberschuss, d. h. die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, blieb mit einem Plus von 6300 Personen positiv. Er hatte 2016 mit 22'900 seinen höchsten Stand der letzten 25 Jahre erreicht und verringert sich laut dem BFS seither laufend.
Europäisches Phänomen
Der Rückgang der Geburtenhäufigkeit ist seit rund vier Jahren nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Nachbarländern und anderen europäischen Staaten zu beobachten, so das Bundesamt für Statistik. Gemäss den provisorischen Zahlen belief sich die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau 2025 in der Schweiz auf 1,28 (2024: 1,29).
In Frankreich lag sie bei 1,56 gegenüber 1,61 im Jahr 2024 (Quelle: INSEE) und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Das Gleiche gilt für Italien: 2025 wurden durchschnittlich 1,14 Kinder pro Frau geboren, gegenüber 1,18 im Jahr 2024 (Quelle: Istat), was einem der europaweit niedrigsten Werte entspricht.
In Österreich belief sich die Geburtenhäufigkeit 2025 auf durchschnittlich 1,29 Kinder pro Frau, gegenüber 1,31 im Vorjahr (Quelle: Statistik Austria). In Deutschland liegen die Zahlen für 2025 noch nicht vor, jene für 2024 zeigen jedoch eine zusammengefasste Geburtenziffer von 1,35 Kindern pro Frau, gegenüber 1,38 im Jahr 2023 (Quelle: Destatis).
Die Ursachen für die rückläufige Geburtenhäufigkeit lassen sich nicht eindeutig bestimmen. Generell liegt das Niveau jedoch deutlich unter der Schwelle von 2,1 Kindern pro Frau, die für den Ersatz der Elterngeneration und eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur erforderlich wäre.
Mehr Geschlechtsänderungen
Zugenommen haben im vergangenen Jahr Geschlechtsänderungen. Gemäss Zivilstandsregister wurden 600 Geschlechtsänderungen vorgenommen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 10,4 Prozent bzw. 50 Fälle entspricht. Die Personen, die ihren Geschlechtseintrag von «Mann» zu «Frau» änderten, waren etwas zahlreicher als jene, die ihren Eintrag von «Frau» zu «Mann» wechselten (313 gegenüber 262).
Am häufigsten machen junge Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Geschlechtseintrag im Zivilstandsregister zu ändern. Dieser Trend ist seit ihrer Verankerung im Zivilgesetzbuch im Jahr 2022 unverändert geblieben.
(AWP)
