«Wir haben mit fast zehn Personen zusammengearbeitet, die im Zusammenhang mit diesem Fall befragt wurden, darunter auch solche, die sich öffentlich geäussert haben», sagte Ruks. Die lettische Polizei habe auch die USA um Rechtshilfe ersucht. Bislang liege aber noch keine Antwort vor, sagte der lettische Polizeichef.

Lettland vielfach in Epstein-Akten erwähnt

Die Behörden in Lettland hatten Untersuchungen eingeleitet, nachdem das baltische EU-Land in den Ende Januar vom US-Justizministerium publik gemachten Dokumenten als möglicher Rekrutierungsort für junge Frauen und Minderjährige aufgetaucht ist. Lettland wird in den Akten in verschiedenen Zusammenhängen mehr als 500 Mal erwähnt, die Hauptstadt Riga sogar mehr als 800 Mal.

Medienberichten zufolge sind darin die Namen mehrerer lettischer Models und Modelagenturen sowie Epsteins persönliche Korrespondenz mit lettischen jungen Frauen zu finden. Darunter ist demnach auch ein Video, in dem ein junges Mädchen leicht bekleidet über den Boden einer Modelagentur in Lettland läuft, ihren Körper präsentiert und sich mit Namen, Grösse und Wohnort Riga vorstellt.

Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er Kontakt zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach offiziellen Angaben nahm er sich 2019 im Alter von 66 Jahren in New Yorker Untersuchungshaft das Leben./awe/DP/zb

(AWP)