Die iranische Botschaft werde weiterhin einen Geschäftsträger im Libanon haben, der die diplomatische Mission weiter leite, sagte die Sprecherin des Aussenministeriums, Denise Rahme, der Deutschen Presse-Agentur. Vorerst sei nur der Botschafter aufgefordert worden, das Land zu verlassen.
Der libanesische Staat steht unter Druck, die Entwaffnung der vom Iran unterstützen Hisbollah im Land durchzusetzen. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert. Lange Zeit agierte die Hisbollah im Land wie ein Staat im Staate und konnte auch viele politische Prozesse im Land kontrollieren. Israel wirft der libanesischen Regierung Versagen beim Prozess der Entwaffnung vor.
Regierung bemüht um Deeskalation
Vor dem Hintergrund der erneuten Eskalation hat die Regierung in Beirut in den vergangenen Wochen bereits Schritte unternommen, die Macht der Hisbollah zu beschränken. Ihre militärischen Aktivitäten wurden Anfang März für illegal erklärt. Konkrete Folgen blieben jedoch bisher aus.
Die Hisbollah ist der wichtigste nicht staatliche Verbündete für den Iran und gilt als verlängerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel. Nach einem etwa einjährigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war im November 2024 eine Waffenruhe vereinbart worden. Beide Seite warfen sich aber regelmässig Verstösse vor. Israel griff nahezu täglich weiter im Nachbarland an.
Die Hisbollah nahm schliesslich im Zuge des Iran-Kriegs und als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ali Chamenei ihre Angriffe auf Israel wieder auf. Die libanesische Regierung ist keine Kriegspartei und bemüht sich um Deeskalation./arj/DP/stw
(AWP)
