Lindt & Sprüngli steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz mit Lindorkugeln, Pralinés, Schoggihasen und Dubaischokolade um 8,2 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Währungsbedingt ergab sich ein Dämpfer von 3,9 Prozent.
Organisch, also ohne Währungseinflüsse, wuchs der Umsatz um 12,4 Prozent. Er lag damit über der eigenen Erwartungen und jenen der Analysten. Im Vorjahr hatte das organische Wachstum 7,8 Prozent betragen.
Preise um 19 Prozent erhöht
Das Wachstum ging alleine auf massive Preiserhöhungen zurück. Lindt hob die Preise 2025 um rund 19 Prozent an, vor allem um die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe wie Kakao zu kompensieren. Eine Tafel Excellence-Schokolade kostet bei der Migros mittlerweile 4,80 Franken - mehr als 50 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.
Einigen verging dabei die Lust auf Schokolade. Die verkauften Mengen gingen deutlich zurück. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen noch nicht, Analysten sprachen von gegen 6,6 Prozent. Lindt betonte, branchenweit sei ein Absatzrückgang zu beobachten gewesen.
Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. Europa wies mit einem organischen Wachstum von 15,3 Prozent die stärkste Dynamik auf. Da konnten Lindt auch die vorübergehenden Rückzüge aus Verkaufsregalen im Preisstreit mit der Migros in der Schweiz und temporäre Auslistungen in Frankreich verkraften.
In Nordamerika legte Lindt trotz schwieriger Konsumlage um 8,9 Prozent zu, wobei sich das Wachstum im zweiten Halbjahr deutlich beschleunigte. Ein Grund war die verzögerte Einführung der Dubai-Schokolade. Die Region «Rest der Welt» erzielte ein Plus von 11,7 Prozent.
Dubai-Schokolade weiter beliebt
Lindt äusserte sich insgesamt zufrieden. Als Treiber fürs Geschäfte nannte das Unternehmen den anhaltenden Trend zur Premiumisierung sowie erfolgreiche Produkteinführungen wie die weltweit lancierte Dubai Style Chocolate.
Gewinnzahlen folgen erst am 10. März. Für 2025 rechnet Lindt mit einem Anstieg der operativen Marge am unteren Ende der Bandbreite von 20 bis 40 Basispunkten. Für 2026 bestätigte der Konzern seine Ziele eines organischen Umsatzwachstums von sechs bis acht Prozent sowie einer jährlichen Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten.
An der Börse konnten die Zahlen die Anleger am Dienstag nicht nachhaltig überzeugen. Die Partizipationsscheine drehten nach anfänglichen Kursgewinnen bis zu 3 Prozent ins Minus.
Analysten lobten zwar die starke Preissetzungsmacht und die Widerstandsfähigkeit des Geschäfts, warnten aber vor Risiken. Nach den aussergewöhnlich hohen Preisaufschlägen bestehe die Gefahr weiterer Volumenschwäche, zudem könnten Lageraufbauten und mögliche Destocking-Effekte das Jahr 2026 belasten, hiess es. Einige Investoren waren im Vorfeld der Ansicht, dass die Preisaufschläge zu weit gegangen sind und die zunehmende Volumenschwäche 2026 zu einem Verfehlen des organischen Umsatzwachstums führen könnte.
Weitere Preiserhöhung
CEO Adalbert Lechner kündigte im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP bereits weitere, aber deutlich moderatere Preiserhöhungen für 2026 in Aussicht. Der Kakaopreis liege weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, was sich aufgrund langfristiger Beschaffung aber zeitverzögert auswirke.
Lechner zeigte sich zugleich auch zuversichtlich, dass sich die Nachfrage mittelfristig erholen werde. «Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld beobachten wir, dass Konsumenten vermehrt zu Qualitätsprodukten greifen. Diesen Trend bedienen wir mit unseren Marken und Produkten.» Das Wachstum von Lindt liege deutlich über dem Marktwachstum. Analysten erwarten, dass Lindt damit zwar weiter wachsen kann, der Spielraum für aggressive Preisanpassungen jedoch kleiner wird.
to/uh
(AWP)
