Logitech verlieren in einem seitwärts tendierenden Gesamtmarkt um 09.30 Uhr satte 9,1 Prozent auf 52,74 Franken. Damit ist nun auch die Performance seit Anfang Jahr deutlich negativ. Der Titel notiert aber noch immer über dem Jahrestief von knapp 46 Franken.

Bracken Darrell war "das Gesicht von Logitech", heisst es in einem Kommentar von Vontobel. Darum werde sein abrupter Wechsel sich auch auf die Stimmung der Anleger auswirken und die Aktie kurzfristig unter Druck setzen.

Bei der ZKB stuft man das Unternehmen nach Darrells Abgang sogar auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück. Der Abgang komme für ihn überraschend, so der zuständige Analyst. Denn ein effektiver Grund sei nicht angegeben worden. "Wir gehen aber davon aus, dass die Wachstumsdelle sich wohl etwas länger hinzieht als erwartet", so der Experte.

Das Unternehmen habe unter anderem für das Gesamtjahr wegen mangelnder Visibilität noch keinen Ausblick abgegeben. Für die nächsten Quartale sehe man in etwa eine Performance analog zum SPI, womit die Rückstufung begründet wird.

Bei der UBS blickt man vor allem auf die grossen Verdienste von Darrell zurück. Er sei "als Visionär von Logitech, als treibende Kraft für den Erfolg und die mittelfristigen Ziele des Unternehmens" angesehen worden und habe bei den Investoren ein grosses Ansehen genossen. Darum werde sein Abgang wohl negativ aufgenommen.

Auf die Geschäfte werde sich sein Einfluss nach Einschätzung von Research Partners jedoch weiterhin positiv auswirken. Denn während seiner Amtszeit habe Darrell den Westschweizer Computerzubehörhersteller "zu einem Design- und Vermarktungs-Powerhouse" gemacht, das sich ganz auf die Bedürfnisse der Konsumenten konzentriere. Zudem verlasse er das Unternehmen "in gutem Einvernehmen".

Für den Analysten von UBS Analyst scheint der Weggang von Darrell derweil nach fast elf Jahren auf dem CEO-Posten, "nur natürlich", selbst wenn er in der Vergangenheit jeweils erklärt habe, dass er nicht plane, das Unternehmen zu verlassen.

Der Abgang sei zwar abrupt, aber nicht völlig überraschend, da sich in den letzten Monaten die Anzeichen für einen möglichen Wechsel verdichtet hätten, schreibt auch der zuständige Analyst von Vontobel. Er gehe davon aus, dass die Strategie von Logitech dieselbe bleibe.

Dem neuen Interims-CEO Guy Gecht, der seit 2019 Mitglied des Verwaltungsrats von Logitech und Mitglied des Technology and Innovation Committee von Logitech ist, spricht er zudem "fundierte Kenntnisse des Technologiesektors" zu. Bei Kepler geht man sogar davon aus, dass Gecht Chancen hätte, den CEO-Posten fest zu übernehmen. "Er ist seit fast zwei Jahrzehnten in CEO-Positionen tätig und kennt Logitech", heisst es.

tv/rw