«Es droht dann ein Szenario wie in der Corona-Pandemie. Vor allem kleinere Flughäfen werden irgendwann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr angeflogen werden.»

Christopher Stoller, Präsident des Aircargo Club Deutschland (ACD), sagte der Zeitung, wenn Kerosin knapp werde, sei eine vorrangige Versorgung der Luftfrachtlogistik ökonomisch zwingend. «Der Luftfrachtsektor fungiert als kritisches Rückgrat globaler Lieferketten und industrieller Wertschöpfung.» Wirtschaftliche Stabilität müsse das primäre Ziel sein.

Nach Einschätzung des Luftfahrtexperten Heinrich Grossbongardt könnte im Sommer in Deutschland eine dramatische Lage entstehen. «Berlin und Brüssel müssen dann entscheiden, welche Flüge prioritär mit Treibstoff versorgt werden.»

Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge könnte Kerosin in Teilen Europas wegen der Lage in der Strasse von Hormus in den nächsten Wochen knapp werden. «Mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen», hiess es von der in Paris ansässigen IEA. Dies hänge davon ab, wie viel der eingebüssten Lieferungen aus dem Mittleren Osten Länder durch andere Importe wettmachen könnten./cab/DP/zb

(AWP)