Der Krieg gegen den Iran treibt die Kosten für Luftfracht in die Höhe. Auf den Routen zwischen Südasien und Europa seien die Frachtraten seit Beginn der Kämpfe um bis zu 70 Prozent gestiegen, teilte die Buchungsplattform Freightos mit. Grund seien Sperrungen des Luftraums und die Blockade wichtiger Seewege. Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel erklärte am Freitag, dass internationale Logistikkonzerne bei Lieferungen in den Nahen Osten Medikamenten und verderblichen Waren wie Lebensmitteln Vorrang einräumen. Nach Angaben von Branchenexperten sitzen derzeit mehr als 100 Containerschiffe in der strategisch wichtigen Strasse von Hormus fest. Dies zwinge viele Unternehmen, auf den deutlich teureren Luftweg auszuweichen, um Lieferengpässe zu vermeiden.
Vor allem indische Hersteller von günstigen Generika stellten ihre Lieferungen nach Europa und Afrika derzeit von See- auf Luftfracht um, sagte der Lieferkettenexperte Prashant Yadav. Dies heizt den Preisanstieg weiter an, da gleichzeitig das Angebot an Frachtraum sinkt. Wichtige Drehkreuze wie Dubai und Doha sind durch den Konflikt nur eingeschränkt nutzbar. Fluggesellschaften wie Cathay Pacific müssen Tankstopps streichen und können auf Direktflügen weniger Ladung aufnehmen. Luftfracht ist im Schnitt fünf- bis zehnmal teurer als Seefracht.
Zusätzlich belasten höhere Energiekosten die Branche. Der Preis für Kerosin hat sich seit Ausbruch der Kämpfe verdoppelt. Die dänische Reederei Maersk teilte mit, für ihre Luftfrachtsparte nun Treibstoffzuschläge und Kriegsrisikozuschläge zu erheben. Auch auf die Seefracht aus der Region weitete der Konzern am Freitag die Aufschläge aus. Analysten gehen davon aus, dass die Ölpreise kurzfristig auf hohem Niveau verharren werden, bevor sie sich im Laufe des Jahres stabilisieren dürften.
(Reuters)

