Auch im schwächeren europäischen Sektor für die Reise- und Freizeitwerte übernahmen sie mit grossem Abstand die rote Laterne. Charttechnisch trübt sich das Bild ein: Die viel beachtete 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend droht zu reissen. Am Vortag hatte es noch anders ausgesehen: Mit Kursen bis fast 9,50 Euro hatten die Lufthansa-Aktien klar von den deutlich gesunkenen Ölpreisen profitiert.

Analyst Jaime Rowbotham von der Deutschen Bank merkte an, dass die Airline ihr Jahresziel für den freien Barmittelfluss trotz eines gestutzten Investitionsplans nur bestätigt habe. Er sieht dies als Belastungsfaktor für die Aktien. Das gekappte Ergebnisziel sei derweil gemessen an den Markterwartungen kein grösseres Problem.

Vorstandschef Carsten Spohr hält für 2026 im Tagesgeschäft einen Gewinnrückgang nun doch für möglich. Höhere Ticketpreise hätten den starken Anstieg der Treibstoffpreise bisher nicht ausgleichen können, erklärte der Manager. Zudem buchten die Kunden deutlich kurzfristiger, und die Kerosinpreise schwankten stark. Im zweiten Quartal brach der Gewinn noch stärker ein als gedacht. Der Iran-Krieg und das teure Kerosin drohen also die bisherigen Gewinnpläne des Managements zu durchkreuzen./ajx/stw/men

(AWP)