Maduro sitzt inzwischen in einem Gefängnis in New York, wo er und seine Frau Cilia Flores - gegen die US-Haftbefehle vorlagen - auf ihren Prozess unter anderem wegen «Drogenterrorismus» warten. Der linksautoritäre Maduro war seit 2013 an der Macht, die er auch mit Wahlfälschungen sicherte.

Operation «Absolute Entschlossenheit»: Angriff auf Venezuela

Am Freitagabend 22.46 Uhr (US-Ostküstenzeit) hatte Trump den Beginn des Militäreinsatzes angeordnet. Bei der Operation «Absolute Resolve» (deutsch: «Absolute Entschlossenheit») waren nach US-Darstellung mehr als 150 Bomber, Kampfjets, Aufklärer, Hubschrauber und Drohnen im Einsatz. Dem Einsatz ging nach US-Angaben monatelange Planung voraus.

Um 2.01 Uhr Ortszeit Caracas (7.01 Uhr MEZ) erreichten nach der Schilderung von Generalstabschef Dan Caine US-Hubschrauber Maduros Anwesen. Nach Information der US-Sender CBS und CNN nahmen Soldaten der US-Spezialeinheit Delta Force das Ehepaar Maduro gefangen. Die beiden wurden zum Kriegsschiff «USS Iwo Jima» geflogen. Später ging es vom US-Stützpunkt Guantánamo auf Kuba mit dem Flugzeug nach New York.

Laut Trump gab es bei der Operation nur wenige, nicht schwerwiegend Verletzte aufseiten der Einsatzkräfte. Die Behörden in Venezuela sprachen von mehreren Dutzend Toten und Verletzten - Soldaten wie Zivilisten.

Rodriguez: «Wir werden nie wieder Sklaven sein»

Nach der gewaltsamen Entmachtung Maduros übernahm Vizepräsidentin Rodríguez auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes geschäftsführend das Präsidentenamt bis zu Neuwahlen.

Sie nannte bei einer Sitzung des Verteidigungsrates Maduro den «einzigen Präsidenten». «Wir werden nie wieder Sklaven sein», sagte sie Richtung Trump und bezeichnete den US-Angriff als Verstoss gegen die UN-Charta.

Trump: Führen Venezuela - notfalls mit Hilfe des Militärs

Die Aussagen Rodriguez' stehen im Widerspruch zu den Worten Trumps, dass sie zur Zusammenarbeit bereit sei. «Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder gross zu machen, ganz einfach», sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. «Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemässen und umsichtigen Übergang gewährleisten können.» Details nannte er nicht.

Trump machte aber klar, dass die USA auch militärisch bereit seien, ihre Interessen in Venezuela durchzusetzen. «Wir haben keine Angst vor Bodentruppen. Und wir müssen welche haben, wir hatten vergangene Nacht Bodentruppen vor Ort.»

Auch dass die USA wirtschaftliche Interessen in dem ölreichen Venezuela haben, betonte Trump. Eine Partnerschaft werde Venezuela «reich, unabhängig und sicher» machen. Millionen Venezolaner im Exil - auch in den USA - würden von den geplanten Massnahmen profitieren. Das südamerikanische Land verfügt über die grössten Ölreserven der Welt.

Friedensnobelpreisträgerin: González soll Präsident werden

Es war unklar, ob und wann es Neuwahlen gibt. Venezuelas Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado forderte die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als Nachfolger. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gegen Maduro gewonnen und sollte sein verfassungsmässiges Amt nun unverzüglich antreten, heisst es in einer auf X veröffentlichten Mitteilung Machados.

Kritik Russlands und Chinas an Trumps Militäroperation

Russland forderte die US-Führung auf, ihre Position zu überdenken und den «rechtmässig gewählten Präsidenten eines souveränen Landes und seine Ehefrau» freizulassen, wie das Aussenministerium mitteilte.

Auch China rief die USA zur sofortigen Freilassung Maduros und seiner Ehefrau auf. Die Vereinigten Staaten sollten Versuche, die venezolanische Regierung zu destabilisieren, einstellen, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums.

Jurist zweifelt Rechtmässigkeit der US-Operation an

Nach Darstellung des Juristen Kai Ambos haben die USA gegen das Völkerrecht verstossen. Dem WDR sagte Ambos: «Es ist völkerrechtswidrig, weil es eigentlich nur zwei Rechtfertigungsgründe für Anwendung militärischer Gewalt gibt.» Entweder sei das die Selbstverteidigung oder ein Mandat der Vereinten Nationen.

US-Aussenminister Marco Rubio rechtfertigte den Einsatz. Die Massnahmen seien «zum Schutz und zur Verteidigung» derer, die den Haftbefehl gegen Maduro vollstreckten, nötig gewesen. Die USA hatten für Informationen, die zu seiner Festnahme Maduros führt, eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.

Merz: Brauchen Zeit zur Einordnung

Die Bundesregierung erbat Zeit für die Bewertung der Operation. «Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex», äusserte sich Bundeskanzler Friedrich Merz.

Das Auswärtige Amt weitete die Reisewarnung für Venezuela aus.

(AWP)