Die Fed hat ihre Zinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen. Der Leitzins bleibt in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent - und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Anleger wurden risikobereiter, was sich auch an fallenden Renditen bei US-Anleihen zeigte.

Laut HQ-Trust-Chefökonom Michael Heise tut die Notenbank «gut daran, in dem volatilen Umfeld eine ruhige Hand zu bewahren.» Ihm zufolge ist es auch im Dezember sehr wahrscheinlich, dass die Daten keine Zinserhöhung nahelegen - anders als bislang von einigen Anlegern befürchtet. Denn bei der Gratwanderung der Fed bestehe auf der einen Seite das Risiko, mit einer zu straffen Politik eine harte Landung der Wirtschaft herbeizuführen, während eine zu laxe Politik die Inflation wiederbeleben könne.

«In der Abwägung spricht vieles für den mittleren Weg der Notenbank», so Heise. Würde bei den Zinsen noch eine Schippe draufgelegt, wäre die Rezessionsgefahr angesichts der schon restriktiven Finanzierungsbedingungen äusserst hoch. Das Risiko, dass die bisherigen Massnahmen der Notenbank jegliche Bremswirkung verfehlten, sei derweil geringer./tih/he

(AWP)