Frankfurt, 19. Mrz (Reuters) - Nach Angriffen auf Energieanlagen im Nahen Osten ist der Dax am Donnerstag deutlich schwächer in den Handel gestartet. Der ‌deutsche Leitindex ⁠verlor bis zu 1,9 Prozent auf 23.054 Punkte. Der Preis für das ⁠Nordseeöl Brent schnellte nach oben und lag mit 115,10 Dollar je Fass gut sieben ‌Prozent fester. Der Irankrieg habe eine neue Eskalationsstufe ‌erreicht, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. «Jeder ​Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden.»

Der Iran hatte am Mittwoch mit Raketenbeschuss auf Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien reagiert, nachdem das iranische ‌Gasfeld South Pars vermutlich durch Israel attackiert worden war. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit der vollständigen Zerstörung des Gasfeldes, sollten weitere Angriffe auf Katar ​erfolgen.

An den asiatischen Märkten sorgte der deutliche Ölpreisanstieg und ​die damit verbundenen Inflations- und Konjunktursorgen ebenfalls ​für Abwärtsdruck. Der Nikkei-Index verlor 3,4 Prozent, die Börse in Shanghai gab 1,4 Prozent nach.

Zu ‌den schwächsten Werten im Dax zählten die Aktien von Vonovia, die trotz Zuwächsen im vergangenen Jahr um gut neun Prozent abrutschten. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) ​stieg ​wie von Analysten erwartet 2025 ⁠um sechs Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. ​Zu den wenigen ⁠Gewinnern im deutschen Leitindex zählten die Papiere des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit einem Plus ‌von 1,4 Prozent.

Am frühen Nachmittag rückt die Europäische Zentralbank (EZB) in den Fokus der Anleger. Die EZB dürfte trotz des Ölpreisschocks ‌eine weitere Zinspause einlegen. Viele Experten erwarten, dass der ​Einlagensatz vorerst bei 2,0 Prozent gehalten wird, im Sommer allerdings eine Erhöhung folgen könnte. (Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie ‌sich bitte an ​unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)