Die US-Behörde FinCEN (Financial Crimes Enforcement Network) will der Zürcher MBaer den Zugang zum US-Finanzsystem verwehren, wie das US-Finanzministerium am Donnerstag mitteilte. MBaer habe «hunderte Millionen Dollar im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland durch das US-Finanzsystem geschleust», schreibt das Ministerium.
Konkret soll es damit US-Banken untersagt werden, für die MBaer oder in deren Namen Korrespondenzkonten zu eröffnen oder zu führen, schrieb auch die Schweizer Finma in einer eigenen Mitteilung vom Donnerstag. Die vorgeschlagenen Massnahmen des FinCEN befänden sich aktuell in öffentlicher Vernehmlassung.
Finma schaltet sich ein
Die Finma stehe im Zusammenhang mit dem Fall mit der Bank und dem FinCEN in Kontakt, betonte die Schweizer Behörde in ihrer Mitteilung weiter. Derweil sei ein vor drei Wochen abgeschlossenes Enforcementverfahren der Finma gegen die Bank MBaer derzeit vor Bundesverwaltungsgericht hängig.
Aufgrund des hängigen Beschwerdeverfahrens sei es der Finma nicht möglich, bei der MBaer Merchant Bank AG eigene Massnahmen umzusetzen, hiess es weiter. Allerdings sei nun ein Prüfbeauftragter der Finma als «Monitor» eingesetzt worden.
MBaer analysiert den Fall
Die betroffene MBaer Bank selber hat den Entscheid der FinCEN zur Kenntnis genommen, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP in einer Stellungnahme schrieb. Konkret werde man aber erst nach Rücksprache mit den eigenen US-Anwälten zum Fall Stellung nehmen.
MBaer werde weiter vollumfänglich mit den zuständigen Behörden kooperieren und die Tätigkeit des eingesetzten Prüfbeauftragten der Finma unterstützen, hiess es. Die Bank prüfe die angekündigten Massnahmen sorgfältig und werde ihre Interessen im vorgesehenen Verfahren wahren.
Zugleich unterstrich die Bank, dass sie über eine solide Kapital- und Liquiditätsbasis verfüge und ihre Geschäftstätigkeit im Rahmen des Möglichen weiterführe.
tp/mk
(AWP)
