Für das bereits laufende 2026 stellt das Orthopädieunternehmen weiteres Wachstum in Aussicht. Den Kernumsatz für 2025 beziffert Medartis laut einer Mitteilung vom Dienstag auf 266 Millionen Franken. Dies entspricht einem organischen Plus von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu konstanten Währungen hätte das Plus bei 25,6 Prozent gelegen.

Seit einem Jahr hat Medartis die Berichterstattung auf alternative Leistungskennzahlen umgestellt. Damit liegt der Fokus seither auf Kern-Kennzahlen, die einmalige Effekte und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus M&A-Projekten ausschliessen.

Der ausgewiesene Umsatz wiederum lag mit 269 Millionen Franken um 24,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Region EMEA sorgt für Schub

Den grössten Beitrag zu diesem Wachstum leistete das Geschäft in der Region EMEA. Hier kletterten die Einnahmen auf gut 155 Millionen Franken von zuvor knapp 123 Millionen. Damit übertraf die Entwicklung die eigenen Erwartungen, heisst es in dem Communiqué.

Auch das US-Geschäft wuchs weiter kräftig, wie der Umsatzanstieg um knapp mehr als 3 Millionen auf 50,4 Millionen Franken zeigt. Das Jahr 2025 stellte für die Region eine wichtige Übergangsphase dar: FDA-Zulassungen, die Optimierung der Vertriebskanäle, die Straffung des Portfolios sowie Veränderungen in der Führung positionierten das Unternehmen für nachhaltiges Wachstum, fasst Medartis selbst die verschiedenen Veränderungen zusammen.

Für die Regionen APAC und Lateinamerika weist Medartis ebenfalls gestiegene Einnahmen aus. Gerade in Lateinamerika verzeichnete das Unternehmen nach dem regionalen Umsatzrückgang im Vorjahr eine Trendwende. Hierzu trug auch das 2025 übernommene NeoOrtho-Geschäft seit seiner Konsolidierung im Mai massgeblich bei.

Aufgeschlüsselt nach Produktkategorien wuchs das Geschäft mit den unteren Extremitäten um 15,1 Prozent auf gut 47 Millionen Franken. Der grösste Geschäftsbereich, die oberen Extremitäten, verzeichnete ein Umsatzplus von 15,7 Prozent auf knapp 180 Millionen. Medartis gibt jeweils das organische Wachstum an, das etwa M&A-Effekte ausklammert.

Weiteres Wachstum 2026

Auf Gewinnseite weist Medartis beim Kern-EBITDA 48,8 Millionen Franken aus, ein Anstieg um 7 Millionen Franken. Die entsprechende Marge liegt bei 18,4 Prozent (VJ 19,0 Prozent). Unter dem Strich resultierte ein Kern-Gewinn von 6,1 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 11,4 Millionen zu Buche stand. Dies sei in erster Linie auf Währungsverluste und Zollbelastungen zurückzuführen.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich das Management um CEO Matthias Schupp zuversichtlich. So soll im laufenden Jahr der Kernumsatz um 16 bis 18 Prozent zulegen. Die Kern-EBITDA-Marge soll im hohen zehnprozentigen Bereich liegen.

Portfolioausbau

Zudem stärkt Medartis sein Geschäft für den Bereich der oberen Gliedmassen und hat mit der belgischen Cadskills eine Vereinbarung zur Übernahme getroffen. Über die finanziellen Details haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Cadskills ist demnach ein Spezialist für personalisierte Implantatlösungen und den 3D-Druck von Titan - zwei sich rasch entwickelnde Bereiche in der Extremitäten- und Kopf-Hals-Chirurgie (CMF). Mit der Übernahme stärke Medartis seinen strategischen Fokus auf komplexere klinische Anwendungen mit massgeschneiderten Implantaten - darunter der Ersatz des Kiefergelenks, Implantate, die bei Patienten mit erheblichem Knochenverlust direkt auf der Knochenoberfläche sitzen, sowie Lösungen zur Gesichtskonturierung.

Cadskills verfügt den Angaben zufolge über die Zertifizierung zur Herstellung von Medizinprodukten der Klasse III - der höchsten regulatorischen Klassifizierung für Implantate. Zudem verfügt das Unternehmen über ein fundiertes Fachwissen im Bereich des 3D-Drucks mit Titan. Diese Druckkapazitäten lassen sich in Zukunft auf andere Regionen übertragen und unterstützen die weitere geografische Expansion von Medartis.

Eigene Position stärken
Darüber hinaus erweitert die Übernahme das Angebot von Medartis im Bereich der oberen Extremitäten durch die Carpitech-Produktfamilie. Sie umfasst Arthroplastiken der Handwurzelknochen. Medartis erachtet dies als eine Möglichkeit, die eigene Position im Bereich des Ersatzes kleiner Knochen in der Hand zu festigen.

Der Gründer von Cadskills, Maurice Mommaerts, wird laut Mitteilung nach der Integration in die Medartis-Gruppe wissenschaftliches und klinisches Fachwissen einbringen, um die Kontinuität während der Expansionsphase zu gewährleisten.

Die Transaktion ist als Vorauszahlung strukturiert, ergänzt durch umsatzabhängige Earn-out-Komponenten.

(AWP)