Eine offizielle Bestätigung für die Rücktritte gab es zunächst nicht. Auch die Gründe dafür waren zunächst nicht bekannt. Die seit Wochen im Land demonstrierenden Gruppen hätten im Vorfeld den Rücktritt mehrerer Minister gefordert, schrieb die Zeitung «La Razón».

Engpässe durch wochenlange Strassenblockaden

Der südamerikanische Andenstaat befindet sich seit Wochen in einer politischen Krise. Seit Anfang Mai blockieren Gewerkschaften, Bauern, Bergarbeiter und Anhänger des früheren linken Präsidenten Evo Morales wichtige Verkehrswege. Dadurch kommt es zu Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten.

Die Proteste richten sich gegen die schwierige Wirtschaftslage, steigende Lebenshaltungskosten und Reformvorhaben der konservativen Regierung von Präsident Rodrigo Paz. Dessen Wahlsieg hatte Ende 2025 eine fast zwei Jahrzehnte währende Ära linker Regierungen beendet.

Beobachter sehen die Ursachen der aktuellen Krise jedoch in einer breiteren sozialen und wirtschaftlichen Unzufriedenheit. Morales gilt zwar als wichtiger Unterstützer der Protestbewegung, wird von Analysten aber eher als politischer Nutzniesser denn als eigentlicher Auslöser der Krise gesehen./alz/DP/men

(AWP)