Die Zahl der offenen Stellen lag gleichzeitig bei 96.780. Das waren 18,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der VDI-Ingenieurmonitor wird regelmässig in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt.

33 Prozent weniger offene Stellen in IT-Berufen

Zwischen den einzelnen Berufsfeldern gab es der Untersuchung zufolge erhebliche Unterschiede. So ging die Zahl der offenen Stellen in den Bauingenieurberufen nur um 3,8 Prozent zurück, in den Informatikberufen aber um 33,0 Prozent. «Besonders stark nahmen die offenen Stellen in Bayern und Baden-Württemberg ab, in denen die besonders wirtschaftlichen belastete Branche des Fahrzeugbaus eine hohe Bedeutung hat», hiess es im Monitor.

Grosse Unterschiede zwischen den Branchen gab es auch bei der Arbeitslosigkeit: Während sie in den Bauingenieurberufen im Vergleich zum Vorjahr nur um 5,8 Prozent anstieg, erhöhte sie sich in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 32,9 Prozent. In den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik legte sie sogar um 34,0 Prozent zu. Die Arbeitslosigkeit stieg demnach ebenfalls am stärksten in Bayern und Baden-Württemberg.

VDI: Langfristiger Bedarf bleibt bestehen

Nach Ansicht des VDI darf man aus den Zahlen nicht ableiten, dass Deutschland künftig weniger technische Fachkräfte braucht. «Die Modernisierung unserer Infrastruktur, die Transformation der Energieversorgung, Digitalisierung und neue Technologien werden den Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren langfristig prägen», erklärte VDI-Direktor Adrian Willig.

Die Zahlen zeigten, dass sich der Ingenieurarbeitsmarkt je nach Berufsfeld sehr unterschiedlich entwickele, so der VDI. Für die langfristige Fachkräftesicherung bleibe es daher weiterhin wichtig, den Ingenieurnachwuchs zu fördern, besonders durch das Gewinnen von Frauen für den Ingenieurberuf. «Wer jetzt bei Nachwuchs, Qualifizierung und Fachkräftesicherung nachlässt, riskiert, dass bei einer wirtschaftlichen Erholung genau die Kompetenzen und Fachkräfte fehlen, die wir dann dringend brauchen», erklärte Willig weiter./tob/DP/he

(AWP)