Der Wohnungsbau startete 2025 von einem sehr niedrigen Niveau und legte mit einem realen Zuwachs um 10,1 Prozent im Verhältnis am stärksten zu. Im Tiefbau wuchsen die Order preisbereinigt um 6,2 Prozent auf einen neuen Höchststand. Hier spielten Grossaufträge zur Sanierung von Bahnstrecken sowie weitere Infrastrukturaufträge eine wichtige Rolle.

Tiefbau steigert Umsätze

Die grösseren Baubetriebe mit mindestens 20 Beschäftigten setzten im vergangenen Jahr 120,5 Milliarden Euro um - eine Steigerung um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch preisbereinigt kletterten erstmals seit 2020 die Erlöse in der Jahresfrist wieder um 2,4 Prozent. Diese Ausweitung des Volumens ging aber allein auf den Tiefbau zurück. Im Hochbau ging der reale Jahresumsatz noch einmal um 0,8 Prozent zurück.

Branche sieht Trendwende

In diesem Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine Trendwende. Die Branche profitiert von stabilen Zinsen sowie den geplanten Milliardenausgaben des Bundes für Strassen und Schienen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet damit, dass der Branchenumsatz 2026 um 2,5 Prozent steigt. Auch der Wohnungsbau soll sich beleben.

Die Baubranche war nach einem starken Anstieg der Zinsen und Baukosten infolge des Ukraine-Kriegs in die Krise gerutscht. Private Bauherren konnten sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, Profi-Investoren legten Pläne auf Eis. Mit dem Wohnungsmangel steigt der Druck auf die Mieten gerade in den Ballungsräumen.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet wieder bessere Zeiten am Bau. Das Institut schätzt, dass das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wächst./ceb/DP/mis

(AWP)