Er freue sich sehr «über die Gelegenheit, in diesen schwierigen Zeiten mit Ihnen zu sprechen», sagte Merz weiter. Man werde aber auch «über die Zeit danach sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind.»

Deutschland ist an den Angriffen wie die anderen europäischen Nato-Verbündeten der USA nicht beteiligt. Merz hatte am Sonntag auf die Risiken einer Ausweitung des Kriegs hingewiesen und Zweifel daran geäussert, ob auf diese Weise ein Machtwechsel herbeigeführt werden kann. Er äusserte aber auch Verständnis für die Militäraktion und verzichtete auf Kritik.

Trump hat derweil den Krieg mit dem Iran erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen begründet - und nicht mit einer Entscheidung Israels. «Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit», sagte Trump. Er sei bereits während der Verhandlungen mit dem Iran sicher gewesen, dass Teheran zuerst angreifen werde. «Und ich wollte nicht, dass das passiert.»

Bundeskanzler Merz hat bei seinem Treffen mit Donald Trump auch die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine bekräftigt. «Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen», sagte er. «Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren.» Er werde mit Trump über das Thema reden, sagte Merz im Oval Office.

Merz ist zum dritten Mal bei Trump im Weissen Haus. Im Juni vergangenen Jahres absolvierte er seinen Antrittsbesuch. Dieser verlief ausgesprochen harmonisch. Trump bezeichnete Merz seinerzeit als «respektierten» und «guten Mann» und versprach: «Wir werden eine grossartige Beziehung zu Ihrem Land haben.» Im August war Merz dann mit anderen führenden europäischen Politikern bei einem Ukraine-Gipfel im Weissen Haus.

Auch diesmal lobte Trump seinen Gast aus Deutschland. Merz sei ein sehr erfolgreicher Mann, mache seine Arbeit sehr gut und sei sehr beliebt.

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(AWP)