Trump hatte die Verbündeten in dem Militärbündnis zuvor mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Strasse von Hormus aufgefordert. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner dabei nicht helfen, sagte er der «Financial Times».

Merz sagte, solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht daran beteiligen, in der Strasse von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten. «Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte.»

Der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus, die sehr wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.

Kanzler warnt vor einem «ewigen Krieg»

«Wir teilen das Ziel: Dieses iranische Regime muss aufhören», sagte Merz. «Es muss ersetzt werden durch eine demokratisch legitimierte Regierung. Aber das herbeizubomben, wird nach allen Erfahrungen, die wir auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen.»

Merz sagte weiter, die Region dürfe nicht in einen «ewigen Krieg» mit unklaren Zielen hineinschlittern. «Eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen brächte grosse Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der gesamten Golfregion.» Gleiches gelte bei einem Zusammenbruch der iranischen staatlichen Ordnung, der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der iranischen Wirtschaft. «Dieser Krieg muss deshalb schnellstmöglich und mit einem klaren Plan, mit einer Strategie zu Ende gebracht werden.»/bk/hoe/DP/men

(AWP)