Beim operativen Ergebnis verzeichnete Microsoft einen Anstieg um ein Fünftel auf 38 Milliarden Dollar. Umsatz und Ergebnis fielen besser aus, als Experten erwartet hatten. Die Aktie, die ohnehin seit einiger Zeit unter Druck steht, gab vorbörslich aber weiter nach.

Rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart büsste das Papier knapp zwei Prozent auf 416 Dollar ein. Damit dürfte die Aktie ihren jüngsten Abwärtstrend fortsetzen. Seit dem Rekordhoch von 555 Dollar im Sommer büsste das Papier fast ein Viertel ein. Auf den Börsenwert umgerechnet beläuft sich das Minus auf rund eine Billion Dollar.

Der Konzern liegt mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,1 Billionen Dollar nur noch auf Platz vier der Rangliste der wertvollsten Unternehmen der Welt - nach Nvidia (5,1), Alphabet (4,2) und Apple (4,0). Lange Zeit hatte sich Microsoft mit Apple bei der Wertung ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Inzwischen haben Nvidia und Alphabet den beiden den Rang abgelaufen.

Microsoft profitiert zwar auch von einer steigenden Nachfrage an KI-Produkten vor allem über die Cloud-Plattform Azure oder die Copilot-Funktion in den Office-Paketen. Andererseits ist das Unternehmen wie andere Softwareunternehmen unter Druck geraten, da KI-Modelle mittelfristig das Geschäft mit ihren Produkten wie Word, Excel oder Powerpoint zunichtemachen könnten.

Positiv wirkt sich der KI-Boom bei Microsoft vor allem beim Wachstum von Cloud-Dienste aus, bei denen etwa Rechenleistung und Speicher aus dem Netz bereitgestellt werden. Nach einem währungsbereinigten Anstieg des Cloud-Umsatzes von 39 Prozent soll das Segment auch im letzten Quartal des laufenden Geschäftsjahres in einem ähnlichen Mass ansteigen.

Aber wie beim Konkurrenten Amazon, der mit seinem Segment AWS mit der Azure-Plattform konkurriert, hat das seinen Preis: Der Windows-Riese peilt für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von rund 190 Milliarden Dollar an, mehr als an der Wall Street erwartet wurde. Auch das sorgte trotz der hohen Wachstumsraten und eines Nettogewinns von 32 Milliarden Dollar in nur drei Monaten für Zurückhaltung bei den Investoren.

Trotz des Kursverlusts seit dem Sommer liegen die Microsoft-Anteile mittel- und langfristig deutlich im Plus. In den vergangenen fünf Jahren verteuerten sich die Papiere um rund zwei Drittel. Seit dem Frühjahr 2016 hat sich der Kurs mehr als verachtfacht. Beeindruckende Zahlen, aber damit spielt Microsoft im Konzert der sogenannten Glorreichen Sieben an der Börse nur die zweite Geige./zb/mis/jha/

(AWP)