H&M konnte zwar sein operatives Ergebnis trotz Restrukturierungskosten mit gut 5,9 Milliarden Kronen nahezu stabil halten, von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten waren jedoch im Schnitt von einem Anstieg auf 6,35 Milliarden ausgegangen. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 3,96 Milliarden Kronen hauchdünn über dem Vorjahresniveau.
Konzernchef Daniel Ervér zeichnete ein gemischtes Bild des Jahresviertels. Die Verkäufe hätten sich zwar etwas schlechter entwickelt als ursprünglich geplant, erklärte er laut Mitteilung, andererseits komme H&M bei seinen Bemühungen um eine höhere Profitabilität weiter voran. Die operative Marge war im zweiten Quartal auf 10,8 Prozent gestiegen, nach 10,4 Prozent im Vorjahresquartal.
Zugleich räumte der Manager Probleme im Warenmanagement ein. So habe der seit geraumer Zeit betriebene Abbau der Lagerbestände in einigen Fällen dazu geführt, dass Kundenwünsche nicht bedient werden konnten, so der Manager. Hier müsse H&M in Zukunft besser werden und Angebot und Nachfrage stärker ausbalancieren.
H&M steht im Konkurrenzkampf mit Billiganbietern wie Shein und Primark stark unter Druck und hatte zuletzt auch im direkten Wettbewerb mit dem Zara-Eigentümer Inditex das Nachsehen. Seit seinem Amtsantritt 2024 arbeitet Ervér daran, das Produktangebot zu verbessern, die Preisgestaltung zu schärfen und die Lieferzeiten zu verkürzen. Zugleich verkleinerte der Konzern auch im zweiten Quartal sein Filialnetz weiter. Diese Massnahmen haben zur Erholung der Margen beigetragen, doch die Nachfrage bleibt in mehreren wichtigen Märkten fragil. So rechnet H&M auch für Juni lediglich mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau./tav/lew/stk
(AWP)
