Selenskyj lobte Kiews Geheimdienste für «ihre effektive Arbeit»; die Raffinerie auf Moskauer Stadtgebiet liege 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. «Russland muss gezwungen werden, den Krieg gegen unser Volk zu beenden», sagte der Präsident, der heute am G7-Gipfel im französischen Évian teilnimmt. Er dürfte bei den Treffen mit den westlichen Verbündeten den Treffer als neuen Beleg dafür anbringen, dass sich die Lage in dem Krieg aus seiner Sicht zugunsten der Ukraine gewendet habe.
Auf den vier Flughäfen der russischen Hauptstadt gab es wegen des Drohnenalarms Einschränkungen im Flugverkehr. Zuerst stellten die Flughäfen Domodedowo und Schukowski ihre Arbeit vorübergehend ein, später stoppten auch die Airports Scheremetjewo und Wnukowo Starts und Landungen. In der Ferienzeit erleben Russen inzwischen fast täglich zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen.
Öldepot im Süden Russlands brennt
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von insgesamt 172 Drohnen über verschiedenen Regionen. Angaben zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium nicht.
Die ukrainischen Drohnenangriffe zielten erneut auf die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie. Im Süden Russlands in der Region Krasnodar sei ein Öllager der Siedlung Poltawskaja getroffen worden und in Brand geraten, teilten die Behörden mit. Im Zuge des Angriffs wurde demnach auch eine Kreisstrasse gesperrt. In sozialen Netzwerken kursierten zunächst nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einer grossen Rauchwolke.
Die Ukraine will mit den Angriffen auf die russische Ölindustrie den militärischen Nachschub stören und auch den Energieexport treffen, der Milliarden in die Kriegskasse des Landes spült. Die Attacken gegen Raffinerien und Treibstofflager haben vielerorts bereits zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin geführt. Zudem steigen die Preise fürs Tanken./mau/DP/stk
(AWP)
