Als Sponsor eines Tochterunternehmens des kanadischen Konzerns The Metals Company hatte der Pazifikstaat Nauru Ende Juni 2021 angekündigt, einen Antrag auf Tiefseebergbau zu stellen - und damit nach einer Klausel des UN-Seerechtsübereinkommens die zweijährige Frist ausgelöst, Regularien zu verabschieden.

Konkret geht es um den Abbau von Manganknollen auf dem Meeresboden im Pazifik zwischen Mexiko und Hawaii. Diese enthalten Rohstoffe, die in der Herstellung von Batterien etwa für Elektroautos verwendet werden könnten - Studien stellen ihre Notwendigkeit für die Energiewende allerdings infrage. Etwa 90 Prozent der Tierarten in der Tiefsee sind Experten zufolge wahrscheinlich noch unentdeckt.

Angesichts verschiedener möglicher Schäden unabsehbaren Ausmasses am Meeresökosystem fordern viele Experten und einige Staaten - darunter Deutschland -, keinen Tiefseebergbau zuzulassen, bis die potenziellen Folgen besser erforscht worden sind. Viele Länder haben sich bisher nicht klar positioniert. Norwegens Regierung schlug vor wenigen Wochen vor, eine Fläche der eigenen Gewässer fast von der Grösse Italiens zu nutzen, um Rohstoffe für die Energiewende zu gewinnen. Gegen den ISA-Generalsekretär Michael Lodge hat es Vorwürfe mangelnder Neutralität zugunsten der Industrie gegeben - er wies diese zurück./nk/DP/nas