Bei den Angriffen auf Anweisung von Präsident Donald Trump handele es sich auch um Vergeltung für den Tod von zwei US-Soldaten, teilte das US-Militär mit. Diese seien am Freitag bei der Abwehr eines iranischen Raketen- und Drohnenangriffs in Jordanien ums Leben gekommen. Die Angriffe sollten zudem die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung der Handelsschifffahrt in der Strasse von Hormus schwächen. Es war die achte Nacht in Folge mit US-Luftangriffen auf den Iran, nachdem eine Mitte Juni vereinbarte Waffenruhe gescheitert war. Das iranische Militär reagierte am frühen Sonntag nach eigenen Angaben erneut mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait.
Mit den beiden in Jordanien umgekommenen Soldaten stieg die Zahl der seit Kriegsbeginn Ende Februar getöteten US-Soldaten auf 16. Das zuständige US-Regionalkommando teilte später mit, die nächtliche Angriffswelle sei abgeschlossen. Es seien Anlagen des iranischen Militärs zur Küstenüberwachung und Luftabwehr getroffen worden. Der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge gab es einen US-Angriff in der Nähe der Stadt Sirik an der Strasse von Hormus. Es seien jedoch keine Toten oder Verletzten und auch keine Schäden an der Infrastruktur gemeldet worden. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim nahm das US-Militär auch ein Ziel bei Schadegan nahe dem Persischen Golf und der Grenze zum Irak ins Visier.
Die iranische Armee attackierte im Gegenzug mit Drohnen das US-Militär auf dem Logistikstützpunkt Al Adiri und auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait, wie das iranische Staatsfernsehen am Sonntagmorgen unter Berufung auf eine Erklärung der Armee berichtete. Beide Stützpunkte waren im Zuge der iranischen Angriffe auf Ziele in den mit den USA verbündeten Golfstaaten wiederholt ins Visier genommen worden.
Irans oberster Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei teilte mit, das US-Vorgehen zeige, dass Trumps Unterschrift unter der gemeinsamen Absichtserklärung für ein Kriegsende «völlig wertlos und unglaubwürdig» sei. Die USA hätten ihre Zusagen wiederholt gebrochen, hiess es in einer schriftlichen Erklärung Chameneis. Er drohte den USA mit «noch höheren Kosten und weiterer Demütigung». Chamenei hat sich noch nicht in der Öffentlichkeit gezeigt, seitdem er die Nachfolge seines Vaters angetreten hatte, der zu Beginn des Krieges Ende Februar bei Luftangriffen der USA und Israels getötet wurde. Er selbst soll dabei verletzt worden sein.
(Reuters)

