Laut Trump geht es in laufenden Gesprächen um die vollständige Öffnung der Meerenge bis diesen Dienstag. Das wäre der Zustand, der vor dem Krieg geherrscht hatte. Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran aber wiederholt abgelehnt. Diplomatische Gespräche mit dem Iran bezeichnete Trump als «letzte Chance».

Angesichts der festgefahrenen Lage im Iran-Krieg baut der US-Präsident damit die nächste Drohkulisse auf. «Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen», sagte er mit Blick auf den Iran. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung immer wieder Drohungen ausgesprochen, sie aber nicht immer wahr gemacht. Der tatsächliche Verhandlungsstand zwischen den beiden Parteien ist unklar.

Trump: Grösster Angriff «seit dem Zweiten Weltkrieg» vorerst abgesagt

Trump hatte am Sonntag (Ortszeit) neue Gespräche für Montag angekündigt. Seiner Darstellung zufolge sagte er den grössten Angriff des US-Militärs «seit dem Zweiten Weltkrieg» vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.

Irans Aussenamtssprecher Ismail Baghai informierte allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Strasse von Hormus. Trump warf dem Iran auf Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.

Noch keine Angaben zu Schäden und Verletzten auf dem Frachter

Der neue Angriff auf das Handelsschiff ereignete sich laut der britischen Behörde rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Sie machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten auf dem Frachter. In der Strasse von Hormus haben Teherans Streitkräfte seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar immer wieder Schiffe angegriffen.

Infolge des Krieges war die Schifffahrt in der für den Export von Öl und Gas wichtigen Meerenge quasi zum Erliegen gekommen, was die Preise an den Energiemärkten weltweit nach oben trieb. Die USA gerieten deshalb unter Druck. Nach Gesprächen über eine Öffnung der Strasse von Hormus soll es laut Trump in einer zweiten Phase um die «Denuklearisierung» des Irans gehen - das werde länger dauern, räumte er ein.

Ein langwieriger Krieg?

Am 28. Februar hatten die USA gemeinsam mit Israel begonnen, den Iran anzugreifen. Im Gegenzug attackierte der Iran Verbündete der USA am Persischen Golf und in der weiteren Region.

Trump betont stets, dass der Iran niemals in der Lage sein dürfe, an eine Atomwaffe zu gelangen. Der Konflikt sollte nach ursprünglichen Angaben Trumps nur einige Wochen dauern. Inzwischen sind es rund fünf Monate. Kritiker werfen ihm vor, sich verkalkuliert zu haben und warnen vor einem langwierigen Krieg.

Im eigenen Land hat Trump schlechte Umfragewerte. Der Druck auf den Präsidenten steigt innenpolitisch auch wegen der anstehenden Zwischenwahlen im US-Parlament am 3. November. Die Republikaner wollen ihre dünnen Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus verteidigen./rin/DP/zb

(AWP)