Das Ensi habe die durchgeführten Revisionsarbeiten sowie die Nachrüstungen im Speisewassersystem geprüft und akzeptiert, schrieb das Eidgenössische Nuklearinspektorat (Ensi) in einer Medienmitteilung.

Das Werk sei am 24. Mai 2025 planmässig für jährliche Revisionsarbeiten vom Netz gegangen. Dann aber sei es zu einem Vorkommnis gekommen, dadurch habe sich die Wiederinbetriebnahme trotz der bereits abgeschlossenen Revisionsarbeiten verzögert, so die Behörde. Das gemeldete Vorkommnis hätte auf eine mögliche Schwachstelle im Speisewassersystem hindeuten können.

Aus Sicherheitsgründen entschied sich das Kernkraftwerk Gösgen deshalb dazu, den Stillstand zu erweitern. Zusätzlich zu den im Rahmen der Revisionsarbeiten erfolgten Brennelementwechsel sowie der Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten an verschiedenen technischen Anlagen seien gedämpfte Rückschlagventile im Speisewassersystem eingesetzt worden.

Der Betreiber des Kernkraftwerkes musste mit Nachweisen belegen, die Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Diese habe das Ensi nun geprüft und die Erlaubnis zur Wiederaufnahme des AKW-Betriebs erteilt.

Stillstand kostet viel Geld

Wenn ein AKW ungeplant nicht am Netz ist, geht das für den Betreiber ins Geld. Weil der Strom im Voraus weitgehend veräussert ist, muss der AKW-Betreiber den fehlenden Strom als Ersatz zukaufen.

Der Energiekonzern Alpiq, mit 40 Prozent der Hauptaktionär der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG), bezifferte die Kosten für das Jahr 2025 auf knapp 150 Millionen Franken. Für dieses Jahr rechnet Alpiq nach eigenen Angaben mit weiteren rund 60 Millionen Franken.

Damit dürften sich die Gesamtkosten hochgerechnet für alle Eigentümer der KKG auf mehr als 530 Millionen Franken belaufen. Neben Alpiq sind dies die weiteren Eigentümer der KKG: Axpo Power AG (25 Prozent), Stadt Zürich (15 Prozent) und Centralschweizerische Kraftwerke (12,5 Prozent) sowie Energie Wasser Bern (7,5 Prozent).

Der lange AKW-Stillstand hat auch Auswirkungen auf die Solothurner Staatsfinanzen. Der Regierungsrat rechnet damit, dass Alpiq für 2025 sechs bis sieben Millionen Franken weniger Steuern bezahlen wird. Zudem entfallen laut Angaben des Regierungsrats die Wassergebühren in der Höhe von insgesamt 2,5 bis 3 Millionen Franken, weil das AKW Gösgen für die Kühlung weniger Aarewasser verdunstet.

Die Anlage erzeugt üblicherweise pro Jahr rund acht Milliarden Kilowattstunden Strom und deckt damit etwa 13 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs. Das AKW Gösgen (Druckwasserreaktor) nahm seinen kommerziellen Betrieb im Jahr 1979 auf.

(AWP)