«Der NDB beurteilt es als wahrscheinlich, dass die iranischen Dienste, ihre Proxys oder vom Iran mandatierte kriminelle Netzwerke Aktionen in Europa und in der Schweiz durchführen», sagte NDB-Sprecherin Linda von Burg am Sonntag zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA und bestätigte damit einen Bericht des «SonntagsBlick». Die Schweiz gelte als wichtiger Operationsraum für Nachrichtendienste und biete zahlreiche Ziele.

Laut von Burg könnte der Iran «asymetrische Anschläge gegen israelische, jüdische und amerikanische Ziele in der Schweiz» einsetzen. Damit sind neben möglichen Terroranschlägen auch Sabotageakte, Desinformationskampagnen, Demonstrationen und Cyberangriffe gemeint. Eine Gefahr gehe nicht nur vom Regime selbst aus, sondern auch von dessen Verbündeten wie der Hisbollah oder der Hamas.

Hisbollah-Netzwerk in der Schweiz

Gemäss dem aktuellen Lagebericht des NDB unterhält die Hisbollah in der Schweiz ein Personennetzwerk. Einige dieser Personen könnten für Terroraktionen aktiviert werden. Die Bedrohungslage hänge von der Intensität des Konflikts zwischen Israel, dem Iran und dessen Gegnern ab.

Bei verschiedenen Schlüsseltechnologien hätte Iran seine Abhängigkeit von westlichen Staaten weiter reduziert. Trotzdem habe es weiterhin iranische Beschaffungsversuche in der Schweiz gegeben, so von Burg weiter.

(AWP)