Während Infantino und Radschub ein intensives Gespräch führten, stand Scheich Suliman einige Meter entfernt und beobachtete die ungewöhnliche Szene. «Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben», sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten.

Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof

Zuvor hatte Radschub angekündigt, dass die PFA vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Councils anzufechten, Israels Fussball-Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen gegen palästinensische Fussballer zu bestrafen.

Die Auswirkungen des politischen Konflikts auf den Fussball beschäftigen die FIFA schon lange. «Beide Verbände haben die gleichen Rechte und Pflichten», versicherte Infantino. Noch unter Ex-Präsident Joseph Blatter, der vor mehr als zehn Jahren aus dem Amt schied, war eine Task Force gegründet worden.

Beide Parteien beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Entwicklung des Fussballs der anderen Seite zu behindern. «Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, Fussball zu organisieren», sagte Radschub.

FIFA-Council unternahm keine weiteren Schritte

Zuletzt hatte der palästinensische Verband die FIFA aufgefordert, die Teilnahme israelischer Teams, die angeblich auf palästinensischem Gebiet ansässig seien, an israelischen Wettbewerben zu untersuchen. Das FIFA-Council entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, «da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäss Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äusserst komplexe Sachfrage darstellt.»

In einem anderen Fall hatte die FIFA den israelischen Verband unter anderem wegen Verstössen eines Clubs gegen Anti-Diskriminierungsregeln bestraft. Die IFA muss deshalb unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Schweizer Franken zahlen./aer/DP/he

(AWP)