Nach Angaben von Rutte stehen die erwarteten Ankündigungen im Zusammenhang mit dem sogenannten Nato Force Model. Dieses ist der Rahmen, in dem die Bündnisstaaten nationale Streitkräfte benennen, die dem zuständigen Nato-Oberbefehlshaber für Operationen, Missionen und andere Aktivitäten des Bündnisses in Friedenszeiten zur Verfügung stehen. Zudem weisen die Nationen einen grösseren Pool verfügbarer Kräfte aus, die bei Bedarf in einer Krise oder einem Konflikt eingesetzt werden können. Das Modell soll damit dazu beitragen, dass die Nato-Verteidigungspläne im Ernstfall schnell umgesetzt werden können.
Rutte: Europa muss übermässige Abhängigkeit beenden
Rutte erklärte, dass Gespräche über Anpassungen bereits seit einem Jahr geführt würden. «Deshalb gibt Europa so viel mehr aus - im Grunde, um die übermässige Abhängigkeit von einem Verbündeten zu beenden», sagte er in einer Pressekonferenz zu einem an diesem Freitag geplanten Treffen der Aussenminister der Bündnisstaaten in Schweden.
Diplomaten betonten, dass die Anpassungen nicht automatisch bedeuteten, dass die USA weitere Truppen aus Europa abziehen. Der US-General und Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich hatte bereits am Dienstag gesagt, dass über den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug von rund 5.000 Soldaten hinaus kurzfristig keine anderen Ankündigungen zu erwarten seien. Langfristig sollte man durchaus mit weiteren Rückverlegungen rechnen, da Europa seine Fähigkeiten und Kapazitäten weiter ausbaue und mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehme, ergänzte er./aha/DP/nas
(AWP)
