Eine Mehrheit von 55 Prozent würde bei der von der SVP geforderten Deckelung der Bevölkerung in der Schweiz bei 10 Millionen aktuell mit Nein stimmen (+9 Prozentpunkte gegenüber der letzten Yougov-Umfrage am 27. Mai), 7 Prozent ( -1 Prozentpunkt) können oder wollen sich im Moment noch nicht festlegen.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Initiative an der Urne scheitert, wie das international tätige Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Luzern am Dienstagabend mitteilte. In der grossen Mehrheit der Kantone, insbesondere in der Westschweiz und im urbanen Raum, sei der Ja-Anteil eindeutig unter der 50 Prozent-Grenze geblieben.

Sorge vor Chaos

Die häufigste Begründung, warum man die Initiative ablehnen würde, ist laut Yougov die Sorge vor daraus folgendem Chaos, ergänzt durch wachsende Bedenken hinsichtlich wirtschaftlicher Folgen und Diskriminierung. Im Ja-Lager hat sich die Argumentation zunehmend auf Zuwanderung und Wachstumsbegrenzung verlagert.

Ausschlaggebend für die Haltung zur Initiative ist zudem die politische Orientierung: Während die Unterstützung in der SVP-Wählerschaft mit 85 Prozent stabil bleibt, hat die Ablehnung insbesondere im linken Lager weiter deutlich zugenommen - etwa bei der SP, deren Anhängerschaft die Initiative nahezu geschlossen ablehnt. Auch bei den Mitte-Wählenden ist die Zustimmung deutlich zurückgegangen und liegt aktuell noch bei 24 Prozent, während sie bei der FDP-Anhängerschaft weiterhin bei rund einem Drittel verharrt.

Bei der Änderung des Zivildienstgesetzes ist das Nein-Lager ebenfalls über die letzten Wochen auf nunmehr 49 Prozent gewachsen (+9 Prozentpunkte). Mit Ja würden aktuell noch 37 Prozent stimmen (-4 Prozentpunkte), 14 Prozent sind noch unentschlossen (-5 Prozentpunkte). Somit ist auch für das Zivildienstgesetz die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es abgelehnt wird.

(AWP)